Spender sollen beim "Ich-will-Stipendium" Bildung ermöglichen

Im gemeinnützigen Projekt "Tausche Bildung für Wohnen" in Marxloh kommt neben dem Lernen auch der Spaß nicht zu kurz.
Im gemeinnützigen Projekt "Tausche Bildung für Wohnen" in Marxloh kommt neben dem Lernen auch der Spaß nicht zu kurz.
Foto: Jakob Studnar
Ein neues Projekt von „Tausche Bildung für Wohnen“ soll sozial schwachen Kindern eine Hausaufgabenbetreuung ermöglichen. Crowdfunding gestartet

Duisburg.. Der Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ stellt kostenlosen Wohnraum für junge Bildungspaten in Marxloh zur Verfügung, die sich im Gegenzug intensiv um benachteiligte Kinder des Stadtteils kümmern. Jetzt hat der Verein ein neues Projekt ins Leben gerufen: Das „Ich-will-Stipendium“ richtet sich an alle motivierten Erst- bis Sechstklässler, die aufgrund fehlender finanzieller Mittel oder bürokratischer Hürden nicht die Möglichkeit haben, von der erfolgreichen ganzheitlichen Lernförderung zu profitieren. Über Crowdfunding soll auch diesen Kids der Zugang zur Bildung ermöglicht werden.

Spender gesucht

Das erste Mädchen, das sich um einen Platz im Bildungsprojekt beworben hat, heißt Albina. Die Siebenjährige will das Angebot nutzen, um sich in der Schule zu verbessern und eines Tages Polizistin zu werden. Im Netz können Spender ihr das ermöglichen.

René Krüger vom Marxloher Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ erklärt, dass man so versucht, verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. „Das Crowd-funding ist ein erster Versuch“, so Krüger. Bislang werden rund 40 Kinder bei „Tausche Bildung für Wohnen“ betreut. In den meisten Fällen sorgt das Amt für Soziales für die nötigen Zuschüsse. Nicht immer würden Gelder bereit gestellt, Verlängerungen bewilligt. „Einige Kids sind schon länger bei uns und würden auch gerne weiter hierherkommen, um zu lernen. Leider werden in manchen Fällen keine Hausaufgabenbetreuungen mehr bezuschusst“, erklärt Krüger.

2400 Euro pro Jahr für zweimal pro Woche Nachhilfe

2400 Euro benötigen die Organisatoren, um schwächeren Schülern wie Albina, die aus Albanien stammt, mit Wissen zu versorgen. „Damit ist die Lernförderung für ein Jahr gedeckt“, erklärt Krüger. Neben Nachhilfe an zwei Tagen in der Woche gehöre eine Freizeitbetreuung zum Service.

Krüger und seine Kollegen hoffen nicht nur auf Spenden, sondern auch auf Paten, die einzelnen Kids ein Jahr Hausaufgabenbetreuung ermöglichen. „Das Besondere an dem Projekt ist, dass es nicht ausschließlich darum geht, an Defiziten zu arbeiten.“, erklärt Krüger. „Es sollen auch soziale Kompetenzen gefördert werden. Außerdem wird auch an Bereichen gearbeitet, in denen die Kids ohnehin schon ein Talent haben“, betont er.

Neben Kindern, die bereits länger in Deutschland leben, werden derzeit auch Flüchtlinge in der Marxloher Einrichtung betreut: „Morgens kümmern wir uns um Kinder, die hier noch nicht zur Schule gehen können. Die anderen kommen am Nachmittag“, so Krüger. Man hoffe auf Finanzierungsmöglichkeiten, um auch Flüchtlingen weiter zu helfen.

Akademiker fungieren als Vorbilder

Insgesamt hat „Tausche Bildung für Wohnen“ mehr als zehn Akademiker nach Marxloh gezogen, die als Bildungspaten Kinder des Stadtteils zur Seite stehen und als Vorbild fungieren.

Informationen zu dem Verein gibt es unter:www.tbfw-marxloh.org.

Wer für Albina spenden möchte, hat unter www.betterplace.org dazu Gelegenheit. In der Suchleiste einfach nach „Albina“ suchen.

EURE FAVORITEN