SPD fordert Rücktritt von Duisburgs OB Sauerland – indirekt

DerWesten
Über 50.000 Unterschriften für ein Abwahlverfahren gegen Sauerland gibt es schon. Die SPD meint, der OB sollte Duisburg den Wahlgang ersparen und zurücktreten.
Über 50.000 Unterschriften für ein Abwahlverfahren gegen Sauerland gibt es schon. Die SPD meint, der OB sollte Duisburg den Wahlgang ersparen und zurücktreten.
Foto: WAZ FotoPool
Duisburgs nach wie vor umstrittener Oberbürgermeister Sauerland will über ein Jahr nach der Loveparade-Katastrophe nun zu Alltag und Normalität zurückkehren - sagt er. Die SPD ist erschüttert. Und fordert den CDU-Politiker indirekt zum Rücktritt auf.

Duisburg. Oberbürgermeister Sauerland (CDU) will nach eigenem Bekunden in Repräsentation und in der politischen Arbeit zum Alltag und zur Normalität zurückkehren. Aber offenbar nicht mit der SPD.

„Sauerland ist vom Rat mit absoluter Mehrheit zum Rücktritt aufgefordert worden. Was daran normal sein kann oder soll, ist nach meinem Werteverständnis nicht nachvollziehbar“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Mettler. „Diese Vorgänge sind nach einem Jahr nicht ausradiert. Die Beschäftigten der Stadt haben ihren Vertrauensverlust ebenso deutlich gemacht wie es im Moment die Bürger tun“.

"Deutlicher Ausweis fehlender Rückendeckung"

Über 50.000 Unterschriften für das Abwahlverfahren und damit gegen den Oberbürgermeister seien „ein deutlicher Ausweis fehlender Rückendeckung und Unterstützung aus der Bürgerschaft“, so der Fraktionschef weiter.

Normal wäre dagegen, ­fordert Herbert Mettler von OB Sauerland, „beim Erreichen des Unterschriftenquorums der Stadt ein Abwahlverfahren zu ersparen und den Weg frei zu machen für einen Neuanfang.“

„Man kann nur fassungslos sein“, kommentiert Mettler außerdem die Folgen aus dem Schreiben des Stadtdirektors Greulich an die Landesregierung wegen der Trauerfeier für die Opfer der Loveparade. Der Streit um die Genehmigung habe erneut bundesweit für negative Schlagzeilen über Duisburg gesorgt. „In der Stadtspitze gibt es offensichtlich niemanden mehr, der mit Fingerspitzengefühl, Verantwortung und Souveränität so handelt, dass Schaden von Duisburg abgehalten wird“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende.