Spaß als Schmierlapp

Zlatan Alihodzic
Schauspieler Rainer Besel aus Duisburg erzählt von einem neuen Stück.
Schauspieler Rainer Besel aus Duisburg erzählt von einem neuen Stück.
Foto: dfsaf
Der Duisburger Schauspieler Rainer Besel ist derzeit als schmieriger Moderator im Stück „Die Versuchung“ im Mondpalast von Wanne-Eickel zu sehen. Für das von ihm gegründete Kindertheater „Kreuz und Quer“ ist er parallel weiter aktiv.

Duisburg. Seit 27 Jahren hat Rainer Besel Spaß an der Arbeit. „Aber wenn ich das als Job betrachten würde, dann hätte ich den Beruf verfehlt.“ Was denn nun? „Na ja, man kann das ja nicht nur als Geldverdienen definieren“, sagt Besel. Er meint die Schauspielerei. Vielmehr sieht der Duisburger Parallelen zum Fußball. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und es ist ein Mannschaftssport.“ Im „Mondpalast“, dem Volkstheater von Christian Stratmann in Wanne-Eickel, hat Besel ein neues Team gefunden, spielt aber weiterhin in seiner Heimatstadt.

Der Gründer des Theaters Kreuz und Quer arbeitet heute vor und hinter den Kulissen. Während des Studiums legte er dafür den Grundstein, als er für eine Tourneeagentur arbeitete – auf der anderen Seite aber auch damit begann, Marionetten zu bauen und damit zu spielen. „Wenn ich mir die Stücke von damals anschaue, war das schon mutig“, sagt der 55-Jährige. Ein einziges würde er heute noch spielen. Doch seit 1986, als das Theater Kreuz und Quer entstand, sind ohnehin genug neue Stücke hinzugekommen. Einige auch aus der Feder von Rainer Besel.

2009 kam der Duisburger zum Mondpalast in Wanne-Eickel. Ein Volkstheater, ein „dat-und-wat-Theater“, wie Besel den Ruhrgebietsschwerpunkt beschreibt. „Das macht Spaß“, betont er. Aber wir wollten da auch mal gucken, ob wir noch etwas anderes können“, erzählt Besel. So taten sich sechs Schauspielerinnen und Schauspieler zusammen und arbeiteten an „Versuchung“, einem eigenen Stück.

Rollen müssen schnell gewechselt werden

„Stratmann war am Anfang skeptisch“, gibt Besel zu. „Als er die Proben gesehen hat, war er dann begeistert.“ Der Mondpalast-Prinzipal ist Produzent des Stücks und „Versuchung“ wurde inzwischen nicht nur im kleinen Haus, im Kammerspielchen, sondern auch auf der großen Bühne gezeigt.

[kein Linktext vorhanden]Als Vorlage diente Marivaux’ „Der Streit“ aus dem Jahr 1744. „Zwei Adelige, ein Mann und eine Frau, wetten, welches Geschlecht eher zur Untreue neigt“, erzählt Besel. „Wir haben es als Fernsehshow inszeniert.“ Besel spielt dabei den Moderator Adam, schmierig und immer einen platten Witz auf den Lippen. „Er singt schlechte Schlager, auch noch mit Playback. Die Rolle macht mordsmäßig Spaß!“

Und das wohl nicht nur Besel, sondern auch dem Publikum. Da er aber weiterhin auch für das Theater Kreuz und Quer aktiv ist, muss Besel die Rollen schnell wechseln können, mal vor Kindern und mal vor Erwachsenen spielen. „Das Kindertheater ist im Grunde schwerer“, erklärt er. „Die sind ehrlicher und direkter. Da merke ich sofort, wenn ich etwas nicht hinbekomme. Und wenn das bei 150 Kindern der Fall ist, hat man ein Problem. Im Abendprogramm wird erst nach der Vorstellung gelästert.“