Sparkassen-Aufsichtsrat fordert Verzicht auf Luxus-Rente

Stefan Endell
Bei der Sparkasse Duisburg kriselt es derzeit gewaltig.
Bei der Sparkasse Duisburg kriselt es derzeit gewaltig.
Foto: Stephan Eickershoff
Im Gezerre um die exorbitanten Altersbezüge von Ex-Sparkassenchef Tomalak verhärten sich die Fronten. Der Aufsichtsrat der Sparkasse stellt fest: "Wir wurden ausgehebelt!" Deshalb lässt er jetzt über Tomalaks Nachfolger den bedingungslosen Verzicht auf die angehobene "Luxus-Rente" fordern.

Duisburg. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Duisburg, Joachim Bonn, hat von seinem kürzlich in den Ruhestand getretenen Vorgänger und Ex-Vorstandsboss Hans-Werner Tomalak den bedingslosen Verzicht auf die umstritten angehobene „Luxus-Rente“ gefordert. Begründung: Kontrollsysteme seien ausgehebelt worden.

Zu dieser für die Sparkasse hochnotpeinlichen Feststellung wurde Bonn vom zuständigen Verwaltungsrat der Sparkasse ermächtigt. Die 18 Mitglieder des Verwaltungsrates hatten sich am vergangenen Donnerstag Nachmittag auf einer außerordentlichen Krisensitzung mehr als drei Stunden lang einen Bericht der Innenrevision der Sparkasse anhören müssen, der minutiös vortrug, wie es dazu kommen konnte, dass der damalige Chef der Sparkasse nur wenige Monate vor seinem Abschied in den Ruhestand, es fertig bringen konnte, abweichend von Regeln der Sparkassenverbände, seine monatlichen Altersbezüge von 25.000 Euro auf 30.000 Euro anzuheben.

Sparkasse hat unabhängigen Gutachter beauftragt

5000 Euro pro Monat zusätzlich: Diese Luxus-Rente von Hans-Werner Tomalak war erst nach Zeitungsberichten öffentlich bekannt geworden und dann von OB Link als dem zuständigen Beanstandungsbeamten im Juni gestoppt worden. Ein Jahr zuvor hatte Link indes gegen diese Anhebung nichts einzuwenden.

Am Donnerstag nun kamen die Innenrevision der Sparkasse und auch der Aussichtsrat zu dem bemerkenswerten Urteil: „Hier wurden Kontrollgremien ausgehebelt.“ Die Kontrollsysteme der Sparkasse, so ließ ihr neuer Chef Joachim Bonn gestern in einer Presseerklärung mitteilen, „funktionieren einwandfrei, was uns von Wirtschafts- und Verbandsprüfern Jahr für Jahr bestätigt wird. Das gilt genauso für die Transparenz Gremienmitgliedern gegenüber.“ Aber: „Kein Kontrollsystem der Welt ist immun dagegen, ausgehebelt zu werden.“ Die „Causa Tomalak“ bringt die Sparkasse jetzt dazu, alles zu tun, damit dererlei künftig nie wieder geschehen kann. Denn der aktuelle Imageschaden ist groß.

Sicherheitshalber hat die Sparkasse einen unabhängigen Gutachter beauftragt, der das Prüfergebnis der Revision noch einmal kontrollieren soll. Ex-Boss Tomalak werde nun Gelegenheit gegeben, sich zu äußern und ohne Vorbedingungen zu verzichten.