Sonderfonds für „Asbestopfer“

Schnell und unbürokratisch will die Stadt den Asbest, der sich am Samstag nach dem samstäglichen Lagerhallen-Brand in Rheinhausen auf rund 150 Flurstücken verbreitet hat, entsorgen. Aus diesem Grund wird sie für die privaten Grundstückseigentümer, es sollen etwa zehn sein, in Vorleistung treten und die Kosten für die Asbestreinigung übernehmen. Das verkündete gestern Oberbürgermeister Sören Link im Rathaus. Dieses Vorgehen sei nötig geworden, nachdem der Versuch der Verwaltung, eine zügige Vereinbarung mit der Versicherung des Hallenbesitzers zu treffen, gescheitert war.

Nun hat die Stadt einen Sonderfonds aufgelegt und mit 200.000 Euro ausgestattet. Ob die Summe reichen wird, vermochte Rechtsdezernentin Dr. Daniela Lesmeister noch nicht abzuschätzen. Wichtig sei erst einmal , dass die Schadstoffe zügig gesammelt und entsorgt werden, damit sie sich nicht weiter verteilen.

Deshalb bittet die Stadt alle geschädigten Privatleute, sich ab heute, 8 Uhr, im Info-Container der Feuerwehr vor Ort auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Asterlagen mitsamt ihren Daten zur eigenen Gebäudeversicherung einzufinden. Hier liegen Formulare für die nötige Abtretungserklärung vor, damit die Stadt sich im Nachhinein das Geld vom Halleneigentümer beziehungsweise dessen Versicherung wieder holen kann. Sachbearbeiter und Vertreter der Reinigungsfirma stehen bei Fragen Rede und Antwort.

Der überwiegende der Teil der Fläche zwischen den Hallen an der Dieselstraße und dem Einkaufszentrum Asterlagen wird von Gewerbetreibenden genutzt. Für diese wird die Stadt nicht in Vorkasse treten, denn, so Lesmeister, „die Gewerbetreibenden sind anders aufgestellt.“ Die Stadt stehe aber als Vermittler zur Reinigungsfirma zur Verfügung. Die Ansprechpartner sind im Info-Container vor Ort.

Geplant ist, dass die Reinigungskräfte sich systematisch von den Außenbereichen in Richtung Brandherd vorarbeiten und die Asbestbrocken per Hand oder einem Sauger aufsammeln. Die Arbeiten werden wohl noch einige Tage andauern. Die gesamte Aktion geschieht in Abstimmung mit Experten des Umweltamtes und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Die Bewohner in dem betroffenen Gebiet sollen auch weiterhin ihre Schuhe, hier insbesondere die Sohlen, vom Dreck reinigen, bevor sie ihre Wohnungen betreten.

Keine Angaben kann die Stadt bisher zur Schadenshöhe machen. Dazu sei es noch zu früh. Auch die Brandursache wurde noch nicht ermittelt. Allerdings haben die Sachverständigen bisher keinen Anhaltspunkt für eine Brandstiftung gefunden.

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