Sommerkino-Nächte in Duisburg sind lang und anstrengend

Thomas Richter
Am Mittwoch, den 24.07.2013 sitzt Gastronom Oliver Kersten aus Duisburg in einem Strandstuhl im neuen Bereich der Gastronomie im Sommerkino im Landschaftspark Nord in Duisburg - Meiderich, die er auch betreibt.
Am Mittwoch, den 24.07.2013 sitzt Gastronom Oliver Kersten aus Duisburg in einem Strandstuhl im neuen Bereich der Gastronomie im Sommerkino im Landschaftspark Nord in Duisburg - Meiderich, die er auch betreibt.
Foto: WAZ FotoPool
Oliver Kersten arbeitet zurzeit mindestens 15 Stunden am Tag. Grund: die Sommerkino-Nächte im Landschaftspark Nord. Schon ab 10 Uhr morgens fängt der Caterer an zu arbeiten und bereitet Speisen und Getränke für die Gäste bereit, die abends scharenweise die Bierzeltgarnituren füllen.

Duisburg. 15 Stunden hat ein Arbeitstag von Oliver Kersten derzeit. Mindestens. Oft sind es sogar ein paar mehr. Denn Sommerkino-Nächte im Landschaftspark Nord sind lang. Erst fangen sie für den Verantwortlichen der Gastronomie ganz langsam an, aber dann. . .

„Ich bin morgens ab 10 Uhr hier, da habe ich aber schon zwei Stunden Vorbereitungsarbeiten daheim hinter mir“, erzählt der 32-jährige Buchholzer. Vor Ort in Meiderich heißt es dann: Bestückung der Kühlschränke prüfen, neue Lebensmittel bei Händlern ordern und die Lieferungen der bestellten Ware entgegennehmen. Im Notfall packt der Chef auch bei der Hüttenreinigung selbst mit an.

25 Helfer pro Abend im Einsatz

„Am Vormittag teile ich zudem das Personal ein“, berichtet Kersten. Aus einem Pool von 70 Helfern müssen pro Sommerkino-Abend etwa 25 zur Verfügung stehen. Und es vergeht kein Tag, an dem es nicht irgendwelche Kräfteausfälle kurzfristig zu kompensieren gilt.

Die ersten Gäste kommen bereits gegen 18 Uhr, obwohl der jeweilige Film des Abends erst vier Stunden später auf die Großleinwand projiziert wird. Recht schnell füllen sich dann auch die Bierzeltgarnituren unter den Sonnenschirmen und die Stehtische im Schatten des Tauchgasometers. Die gastronomische Fläche wurde in diesem Jahr von 500 auf 1000 Quadratmeter verdoppelt. „Und die jetzt knapp 600 Plätze sind trotzdem ganz schnell voll“, so Kersten. Die Erweiterung habe sich trotz einer Investition von 35.000 Euro auf jeden Fall schon jetzt ausgezahlt.

Erstmals gibt’s eine Front-Cooking-Station

Auch die anderen Neuerungen funktionieren: Erstmals gibt’s eine Front-Cooking-Station. Doch auch die traditionellen Pizzen, Würstchen, Pommes, Pasta und Salate gehen gut. Mindestens 300 Portionen Essen und rund zehn Hektoliter Getränke zeigen, welche Herkulesaufgabe die Helfer im Gastronomiebereich stemmen müssen.

Seit 2005 ist Kersten der verantwortliche Sommerkino-Caterer. „Kurz danach haben wir bereits den Beach-Charakter eingepflegt. Seit 2007 liegt der Sand aus. Und wir wollen weiter in Bewegung bleiben und jedes Jahr etwas verändern.“ Für 2014 haben er und seine Mitstreiter vom Landschaftspark und vom Filmforum die Pop-Corn-Theke unterhalb der Sitztribüne ins Visier genommen. „Die werden wir neu gestalten“, verrät Kersten.

Er führt das Familienunternehmen Feinkost Kersten übrigens bereits in vierter Generation, übernahm im Jahr 2006 die Geschäfte von seinem Vater Hans Kersten. In diesem Jahr feiert die Firma ihr 100-jähriges Bestehen. Auf dieses Firmenjubiläum will er die Kundschaft aber nicht groß hinweisen. Dafür hat er in den langen Sommerkino-Nächten einfach zu viel zu tun. Denn zumindest etwas Zeit will Oliver Kersten auch in dieser stressigen Phase mit Ehefrau Kinga sowie seinen Kindern Milia (3) und Vincent (1) verbringen.