Sommerkino - Carl Davis dirigiert Duisburger Philharmoniker

Diese Sequenz aus „Safety Last“ (zu Deutsch: „Ausgerechnet Wolkenkratzer!“) hat Filmgeschichte geschrieben: Stummfilm-Star Harold Lloyd klammert sich an die Zeiger einer Uhr.
Diese Sequenz aus „Safety Last“ (zu Deutsch: „Ausgerechnet Wolkenkratzer!“) hat Filmgeschichte geschrieben: Stummfilm-Star Harold Lloyd klammert sich an die Zeiger einer Uhr.
Foto: Harold Lloyd Entertainment Inc.
Die Verpflichtung der Filmmusik-Legende ist ein Clou. Duisburger Philharmoniker und das Publikum fiebern schon jetzt dem Juli 2016 entgegen.

Duisburg.. Bis zum Start des Stadtwerke-Sommerkinos 2016 ist es noch ein halbes Jahr hin, doch diese Nachricht wollten die Verantwortlichen schon jetzt veröffentlicht wissen: Zum Auftakt des Spektakels unter freiem Himmel im Landschaftspark Nord wird an drei Abenden (14.- bis 16. Juli) der berühmte Stummfilm „Safety Last“ (deutscher Titel: „Ausgerechnet Wolkenkratzer!“) mit Harold Lloyd in der Hauptrolle gezeigt. Die musikalische Untermalung übernehmen wie gehabt die Duisburger Philharmoniker – unter der Leitung von Carl Davis! Mit der Verpflichtung dieser Filmmusik-Legende, die einst das London Philharmonic Orchestra dirigierte, ist den Sommerkino-Machern ein echter Clou geglückt.

Davis ist 79 Jahre alt, er ist gebürtiger New Yorker, lebt aber bereits seit 1961 in London. Davis schrieb nicht nur die Filmmusik zu Kinohits wie „Stolz und Vorurteil“, sondern auch zu über 100 TV-Serien. Zusätzlich machte er sich als herausragender Akteur bei der Nachvertonung von Stummfilmen einen Namen in der Szene. Auch zu „Safety Last“ mit Harold Lloyd – der ja neben Charlie Chaplin und Buster Keaton zu den großen Drei der Stummfilm-Darsteller zählt – hat Davis etwas Neues komponiert.

Auf Chaplin folgt Lloyd

Apropos Charlie Chaplin: Bei den ersten drei Kooperationen zwischen den Sommerkino-Machern und den Duisburger Philharmonikern wurden jeweils Werke dieses Filmgenies gezeigt: „Goldrush“ in 2009, „The Kid“ in 2012 sowie „City Lights“ im Vorjahr. „Wir wollten uns diesmal etwas trauen und nach den drei Chaplin-Klassikern mal etwas Anderes versuchen“, sagte Filmforum-Geschäftsführer Kai Gottlob am Freitag. „Safety Last“ aus dem Jahr 1923 ist sehr bekannt. Vor allem jene Sequenz, in der Lloyd an der Fassade eines Hochhauses entlang klettert und sich bei drohendem Absturz an den Zeigern einer riesigen Wanduhr festhält, hat Filmgeschichte geschrieben.

„Wir haben uns diesmal sehr früh zusammengesetzt und mögliche Filmkandidaten angeschaut“, berichtete Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker. Die großartige Musik von Carl Davis hätte letztlich den Ausschlag gegeben. „Sie bringt Dynamik und Tempo in den Film“, lobt Wendel. Und anlässlich des 20. Geburtstages des Sommerkinos, der in 2016 ansteht, seien diese drei besonderen Abende eine würdige Jubiläumsaktion, betonten Gottlob und Wendel.

Vorverkauf startet erst am 24. Juni 2016

Natürlich sind die Philharmoniker-Auftritte stets mit erhöhten Kosten für die Macher verbunden. Allein das Ausleihen der Noten geht in die Tausende. Gottlob und Wendel sind sich aber sicher, dass diese Abende finanziell gestemmt werden können. „Wir setzten wieder auf das Engagement einiger treuer Förderer und hoffen zudem, dass alle drei Abende schnell ausverkauft sind.“

Interessierte Sommerkino-Fans müssen sich aber noch reichlich gedulden: Der Kartenvorverkauf startet erst in sechs Monaten – genauer gesagt: am 24. Juni 2016.

 

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