Sommer-Shopping in Duisburg

Joanna sucht bei 34 Grad eine Abkühlung bei einem Eis im klimatisierten Einkaufszentrum „Forum“.
Joanna sucht bei 34 Grad eine Abkühlung bei einem Eis im klimatisierten Einkaufszentrum „Forum“.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Innenstadt zeigt bei steigenden Temperaturen ein ganz anderes Gesicht. Und sie hat viel mehr zu bieten als nur ein Warenangebot. Unter anderem einen perfekten Rückzugsort.

Duisburg.. In der vorigen Woche sind die Passanten noch achtlos vorbeigeeilt, jetzt ist der Warenständer vorm Laden dicht umlagert. Das muss am Angebot liegen: Sonnenbrillen, Flip-Flops, Wasserpistolen – so etwas macht Einkaufen im Sommer einzigartig.

Erste Feststellung beim Shopping-Bummel in der glühend heißen Innenstadt: Ich bin nicht alleine. Zweite Feststellung: Niemand hat es eilig. Dritte Feststellung: Alle haben gute Laune. Eigentlich erstaunlich bei Temperaturen jenseits der 30 Grad. Aber die Innenstadt ist gut besucht, unter den Sonnenschirmen der Eisdielen ist kein Platz zu finden und an den Kühltheken kein Eis, wenn man wie ich das Glück hat, dass die drei Kunden vor mir jeweils zehn bis zwölf Eisbecher haben wollen und natürlich jeweils mit einer individuellen Zusammenstellung der mindestens fünf Kugeln. Aber dafür ist schließlich Sommer.

Sommersuppe mit Ananas

Auffällig viele Eltern mit Kindern flanieren im „Forum“ unter dem Glasdach, aber bei angenehmen Temperaturen dank Klimatisierung des Konsumtempels. Es sei eine „Rückzugsstätte für entspanntes Einkaufen“, sagt Center-Manager Nidal Sadeq, was vor allem Familien schätzten.

Aber auch im Freien auf der innerstädtischen Einkaufsmeile lässt es sich aushalten. So richtig schwitzen gesehen habe ich gestern Mittag nur einen Passanten. Und der wuchtete auf der Schulter ausgerechnet ein Klimagerät samt Riesenkarton nach Hause.

Schwer zu tragen hat auch die Kundin in der Buchhandlung am Sonnenwall, die ein Druckwerk nach dem anderen auf die Theke legt – ein entspannter Urlaub steht offenbar bevor. Um die Ecke hat Suppenkoch Tom Waschat die Speisekarte auf Hitzewelle umjustiert: Sommersuppe mit Ananas ist im Angebot oder eine fruchtige Obstschale.

Mildes Licht

Ob sommerlich gestärkt oder auch nicht, ein bisschen innere Einkehr tut manchem manchmal gut – und schadet nie. Daher gibt es in sonnendurchglühten Städten Stätten, die mich geradezu magisch anziehen: Kirchen. Und zwar unabhängig von der Konfession. Sie sind immer kühl, manche seit Jahrhunderten. Und sie bieten fast immer etwas für Auge und Ohren. Beispiel Salvatorkirche. Kommt man aus dem trubeligen Innenstadt-Treiben ins Innere des Gotteshauses, bleibt der Lärm der Großstadt ausgesperrt, sobald sich die schweren Holztüren hinter einem schließen. Mildes Licht durch die hohen bunten Fenster zaubert eine leicht feierliche Atmosphäre, der man sich hingeben kann, so lange man will. Hier ruht sogar die Großstadt.

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