Solidarität gegen Rechtspopulisten von "Pro NRW" in Duisburg

Als "Problemhaus" ist das Mehrfamilienhaus in Rheinhausen, in dem sich Rumänen und Bulgaren niedergelassen haben, über Duisburg hinaus bekannt geworden.
Als "Problemhaus" ist das Mehrfamilienhaus in Rheinhausen, in dem sich Rumänen und Bulgaren niedergelassen haben, über Duisburg hinaus bekannt geworden.
Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Die rechtspopulistische Partei "Pro NRW" hat am Dienstagmittag vor dem so genannten "Problemhaus" in Duisburg-Bergheim eine Kundgebung angemeldet. Rund 300 Gegendemonstranten, aufgerufen vom Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, hatten sich vor Ort versammelt. Die Polizei spricht von keinerlei Zwischenfällen.

Duisburg.. Gegen das Wetter waren auch die Anhänger der rechtspopulistischen Partei "Pro NRW" nicht gefeit. Mit rund 90 Minuten Verspätung, gegen 12.30 Uhr, stiegen in Rheinhausen 15 Männer aus zwei Kleinbussen. Als Veranstaltungsort zur Verbreitung ihrer nationalistischen und ausländerfeindlichen Propaganda hatte sich die Partei das so genannte Problemhaus in Bergheim ausgewählt. Die Kundgebung, die noch nicht einmal eine Stunde später endete, war Teil einer Serie von Demonstrationen, die die Partei als „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“ bezeichnet. Genehmigt war der Aufmarsch der Pro NRW-Truppe bis 14 Uhr.

Auch in Duisburg hatte sich, wie üblich in den vergangenen Jahren, ein überparteiliches Netzwerk zusammengefunden und zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Um die 300 Gegendemonstranten hatten sich vor den Häusern In den Peschen versammelt, die Schnee und Wind trotzten. Bei der Gegenkundgebung des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage sprachen unter anderem Oberbürgermeister Sören LinkPfarrer Heiner Augustin. Ebenfalls zu Wort kam eine 14 Jahre alte Rumänin, die im Hochhaus wohnt.

Keine Zwischenfälle

Obwohl Demonstranten und Gegendemonstranten nur etwa 50 Meter voneinander entfernt waren, hatte die Polizei keine Mühe, beide Lager getrennt zu halten. Mehr als hundert Beamte waren im Einsatz.

Bei der angemeldeten Kundgebung geht es um Stimmungsmache gegen Ausländer und weniger um einen Protest gegen Asylmissbrauch. Die in Bergheim lebenden Roma sind nämlich keine Asylbewerber, sondern EU-Bürger. Bereits in der Vergangenheit hatte "Pro NRW" in der Nachbarschaft Flyer gegen "Zigeunerzuwanderung" verteilt. Außerdem wurde damals von Unbekannten ein Hakenkreuz an das Gebäude geschmiert, woraufhin die Polizei ermittelte.

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