Sören Link ist Kandidat der SPD für den OB-Posten in Duisburg

Sören Link (Mitte) ist Kandidat der SPD für dei OB-Nachfolge in Duisburg. Hier zu sehen mit seiner Freundin Sonja Bartsch, Jürgen C. Brandt und Ratsherr Udo Vohl am Abend der Landtagswahl 2010 im Duisburger Rathaus. Damals hatten die Duisburger Direktkandidaten alle vier Wahlkreise geholt.
Sören Link (Mitte) ist Kandidat der SPD für dei OB-Nachfolge in Duisburg. Hier zu sehen mit seiner Freundin Sonja Bartsch, Jürgen C. Brandt und Ratsherr Udo Vohl am Abend der Landtagswahl 2010 im Duisburger Rathaus. Damals hatten die Duisburger Direktkandidaten alle vier Wahlkreise geholt.
Foto: WAZ FotoPool
Der SPD-Landtagsabgeordnete Sören Link soll für die Duisburger SPD ins Rennen um die Nachfolge des abgewählten Oberbürgermeisters Adolf Sauerland gehen. Die SPD hatte nach einem möglichen parteiübergreifenden OB-Kandidaten gesucht, am Ende blieb ein Duisburger "Eigengewächs".

Duisburg. Die Duisburger SPD hat Dienstagabend beim Treffen des OB-Wahl-Bündnisses aus SPD, Linken, Grünen, FDP und Bürgerinitiative Sören Link als ihren Vorschlag für die Oberbürgermeister-Wahl am 17. Juni benannt. Ob er gemeinsamer Kandidat mehrerer Parteien wird, ist allerdings mehr als fraglich.

Weder FDP, noch Grüne, noch Bürgerinitative waren mit eigenen Kandidaten-Vorschlägen in die Runde im Rathaus gegangen. Lediglich die Linke hatte ihre Ratsfrau Barbara Laakmann benannt. Nun werden die Parteien in ihren Reihen beraten und beschließen, ob sie einen der Kandidaten, namentlich Link, unterstützen oder einen eigenen OB-Bewerber ins Rennen schicken.

Vergeblich nach parteiübergreifendem Kandidaten gesucht

Ebenso intensiv wie vergeblich hat die SPD nach einem möglichen parteiübergreifenden Oberbürgermeister-Kandidaten gesucht, den sie den anderen Parteien vorstellen konnte. Am Ende blieb ein Duisburger „Eigengewächs“: der 35-jährige SPD-Landtagsabgeordnete Sören Link aus Walsum.

Politischer Neuanfang nach der Loveparade SPD-Parteichef Ralf Jäger lobte den im Parteivorstand vorgeschlagenen Walsumer, der seit 2005 aus dem Duisburger Norden in den Düsseldorfer Landtag einzog, dort schon bildungspolitischer Sprecher ist. „Link könnte in Düsseldorf Karriere machen“, meint Jäger zu dem noch jungen Parlamentarier und erinnert an ein Zitat von Alt-SPD-OB Krings: „Man darf mit seinen Aufgaben wachsen.“

Absagen wegen vergleichsweise schlechter Bezahlung

In den vergangenen Tagen hatte Parteichef Jäger die Telefon-Flatrate weidlich ausgenutzt. Lange Gespräche gab es mit amtierenden Ministern, aktiven Staatssekretären und Ruheständlern, Dezernenten und Bürgermeistern. Intensiv auch offenbar das Gespräch mit der ehemaligen, bündnisgrünen, aus Oberhausen stammenden NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn, deren Name in den letzten Tagen kursierte. Sie habe nicht zur Verfügung gestanden, so Jäger. Aus anderen Quellen hieß es, die SPD habe sie nicht gewollt.

Andere Interessenten in festen gut dotierten Stellen, so ließ Jäger durchblicken, hätten angesichts der vergleichsweise kärglichen Bezahlung eines Oberbürgermeisters und seiner durch Wählergunst befristeten Anstellung abgewunken.

Link wurde schon vor Wochen als Kandidat gehandelt

Entscheidend zudem sei die „Präsenz vor Ort, die die SPD einfordert: „Ein Oberbürgermeister kann nicht morgens in die Stadt hinein und abends wieder herausfahren. Er muss sonntagsmorgens beim Brötchen holen mitkriegen, was in der Stadt los ist“, so Jäger. Etliche Bewerber hätten bei diesem Anforderungsprofil abgesagt. „Wir brauchen einen Duisburger, der für die Stadt brennt, der ein Gefühl für die Stadt hat“, macht sich Jäger für den nun vorgeschlagenen Kandidaten stark. Auch der Düsseldorfer Sozialdezernent Hintzsche (SPD), der zwischenzeitlich als heißer Kandidat gehandelt worden war, habe nicht zur Verfügung gestanden. Laut Jäger hätten auch weitere Duisburger Sozialdemokraten für eine Kandidatur bereit gestanden.

Mit dem Vorschlag Link bestätigen sich Mutmaßungen, die schon vor Wochen den Walsumer als Kandidaten gesehen hatten. Link soll das Amt des NRW-Parteisekretärts ausgeschlagen haben, um sich eine OB-Kandidatur offen zu halten. Als „Blödsinn“ hatte Link dies bezeichnet.

 
 

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