So funktioniert die Großbaustelle für das Autobahnkreuz Duisburg-Süd

Die Bauarbeiter schütten einen mehrere Meter hohen Damm auf. Das wird die Fahrbahn für das neue Autobahnkreuz.
Die Bauarbeiter schütten einen mehrere Meter hohen Damm auf. Das wird die Fahrbahn für das neue Autobahnkreuz.
Foto: WAZ FotoPool
Unterwegs auf der Baustelle für das neue Autobahnkreuz Duisburg-Süd, wo die Bundesstraße 288 zur Autobahn 524 wird.

Duisburg. Nur ein paar Meter weiter rauscht der Verkehr. Dass da Hunderte Autofahrer pro Minute in den Feierabend rasen, darf die Männer vom Bau jedoch nicht stören. Sie konzentrieren sich. Denn wer mit einem tonnenschweren Radlader mit Reifen so dick wie Eichenstämme rangiert, darf sich nicht ablenken lassen – das könnte gewichtige Folgen haben. Der Bulldozer rollt rückwärts und piepst dabei hektisch. Im Führerhäuschen sitzt ein Bauarbeiter in oranger Weste. „Vorsicht“, ruft Roland Schmidt, „sonst werden wir plattgemacht.“

Der Chef hat hier seine Lieblingsbaustelle

Der Mann, der die piepsende Planierraupe zu übertönen versucht, begleitet das Mammutprojekt im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW bereits seit 1997, als der Ausbau der Bundesstraße 288 zur Autobahn 524 nichts als ein recht vager Plan war. Schmidt, 56, stammt aus Grevenbroich, die Krefelder Straße bezeichnet er als eine seiner „Lieblingsbaustellen“. Jetzt steht er am Fahrbahnrand nahe der A 59-Brücke und spricht über all die verschiedenen Asphaltarten. „Wir haben uns für Splitt-Mastix entschieden“, so Schmidt, „bei diesem Material liegt die Geräuschreduktion bei minus zwei Dezibel.“ Der sogenannte Flüsterasphalt, von dem oft die Rede ist, sei zwar noch leiser, müsse dafür aber nach durchschnittlich acht Jahren erneuert werden. Splitt-Mastix, ein Asphalt mit grobkörniger Oberfläche, halte dagegen bis zu zwölf Jahre, sei jedoch nur halb so teuer wie Gussasphalt, der wiederum nur alle 20 Jahre erneuert werden müsse.

Der Verkehr soll bald sicherer und flüssiger fließen

Der Ausbau der Krefelder Straße ist mit vielen Erwartungen verknüpft: Der Verkehr soll sicherer und flüssiger fließen, die Anbindung des Duisburger Südens ans Dreieck Breitscheid besser werden, die B 8n eine schnelle Verbindung nach Düsseldorf sein. Der Ausbau soll zudem den Schwerlastverkehr in Huckingen reduzieren. Doch immer wieder kommt es zu Schwierigkeiten. Roland Schmidt nimmt’s gelassen, er weiß um den Lauf der Dinge bei Projekten dieser Größenordnung. Dass Archäologen die alte Winkelhauser Ölmühle ganz in Ruhe erforschen wollten und Stimmung gegen das Vorhaben machten – „nicht einfach“.

Immer wieder auf andere Gegebenheiten einstellen

Dass die Bagger aufpassen müssen, nicht irgendeine Wasserleitung oder CO-Pipeline zu beschädigen – „das ist halt so“. Dass Regenwasser aufgrund der Tieflage nicht ablaufen würde – „deshalb bauen wir halt eine Rinne“. Im Moment haben es die Bauarbeiter mit einem ungewöhnlichen Problem zu tun: „Als die alte B 288 in den 50ern gebaut wurde, haben sie alle 100 Meter neue Asphaltschichten verwendet, um verschiedene, damals neue Bautechniken auszuprobieren. Heute müssen sich die Bauarbeiter deshalb immer wieder auf andere Gegebenheiten einstellen.“

Abschnitt zwischen Angerbach und Rahm im Sommer 2013 fertig

Derzeit läuft das, was Straßen-NRW die „Bauphase drei“ nennt: Die Arbeiten auf der Südseite der Krefelder Straße zwischen Angerbach und Rahm sollen im nächsten Sommer abgeschlossen sein. Bis sich für Autofahrer merklich etwas ändert, wird indes noch viel Zeit vergehen. Erst 2015 wird die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein. Vorher werden drei Brücken erneuert, die Ausfahrt Huckingen soll zudem „auf Autobahnstandard“ ausgebaut werden. Schmidt bringt auch das nicht aus der Ruhe. So sei das eben, sagt er und geht zur Seite – der Bulldozer piepst sich mal wieder den Weg frei.

 
 

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