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Sexueller Missbrauch in 209 Fällen: Opa (73) soll sich an seiner Enkelin vergangen haben

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Dem Angeklagten wird sexueller Missbrauch in 209 Fällen vorgeworfen. Foto: Marcel Storch
  • Opa soll Enkelin vergewaltigt haben
  • Angeklagter bestreitet Vorwürfe
  • Er vermutet eine Intrige

Duisburg. 

Schon vor dem Prozess fließen Tränen beim Opfer. Es ist ein schwerer Gang für die 18-Jährige. Das Mädchen soll im Alter von fünf bis neun Jahren von ihrem Großvater in 209 Fällen sexuell missbraucht worden sein.

Dem heute 73-jährigen Großvater wird unter anderem in zwei Fällen vorgeworfen, dass er seine Enkelin zu Analverkehr gezwungen habe und sie in einem Fall auch zu Oralverkehr zwingen wollte.

Missbrauchs-Prozess in Duisburg

Das Opfer hat gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder an den Wochenenden immer bei ihren Großeltern in Duisburg übernachtet.

Dabei nächtigten die beiden Kinder zunächst mit im Bett der Großeltern, später auf einer Matratze im Kinderzimmer.

Mit 5 erstmals im Intimbereich berührt

Als das Opfer fünf Jahre alt war, habe der Angeklagte erstmalig angefangen, sie immer wieder im Intimbereich zu streicheln.

„Ich wusste nicht, was er macht. Aber ich wusste, dass es falsch war“, schildert das Opfer die Anfänge des Missbrauchs. Er habe ihr im Alter von fünf Jahren die Unterhose weggezogen und sie zwischen den Beinen berührt. In der Folge kam er jede Nacht, erklärt das Mädchen, bevor die Öffentlichkeit den Saal verlassen muss.

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Später, als sie sieben Jahre alt war, soll der Großvater laut Anklage seine Übergriffe intensiviert haben. In einem Fall soll er seine Enkelin zu Oralverkehr gezwungen haben. Erst als diese sich heftig wehrte, ließ er davon ab.

In zwei Fällen wird dem gebürtigen Italiener zudem Analverkehr gegen den Willen der Angeklagten vorgeworfen.

Angeklagter bestreitet Vorwürfe: „Dachte wäre meine Frau!“

Der Angeklagte, heute 73, bestreitet vor Gericht die Taten, die sich zwischen 2004 und 2009 abgespielt haben sollen. Er bestätigte nur einen Vorfall, bei der er im Halbschlaf seiner Enkelin zwischen die Beine gefasst hatte. Es soll ein Versehen gewesen sein, erklärte er: „Ich dachte, es wäre meine Frau.“

Seine Frau hat sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe von ihrem Mann getrennt. In Briefen an sie beteuerte der mutmaßliche Täter seine Unschuld: „Ich bin unschuldig – glaube mich!“, schrieb der Italiener in gebrochenem Deutsch.

Der Angeklagte leidet an einer Lungenkrankheit. Nach seiner Verhaftung verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und er musste auf die Intensivstation. Auch im Gerichtssaal sitzt er mit Beatmungsschläuchen im Gesicht auf der Anklagebank.

Angeklagter vermutet Intrige

„Ich stehe nicht auf Kinder“, betont er und vermutet eine Intrige gegen ihn – ausgehend vom Schwager seines Sohnes. „Er ist ein Säufer und zu Hause rausgeflogen, hat dann bei meinem Sohn gewohnt. Ich habe meinem Sohn gesagt, er soll sich nicht ausnutzen lassen.“

Die Missbrauchsvorwürfe haben für ein tiefes Zerwürfnis innerhalb der Familie gesorgt. Der Richter sprach gar von einer „familiären Katastrophe“. Für den Prozess sind zwei weitere Termine angesetzt.