Schüler schnuppern Hörsaal-Luft in Sommer-Uni in Duisburg

Thomas Marzi und Florian Römer zeigen wie ein mit Stickstoff gekühlter Zug (Supraleiter) über einer Magnetschiene schwebt.
Thomas Marzi und Florian Römer zeigen wie ein mit Stickstoff gekühlter Zug (Supraleiter) über einer Magnetschiene schwebt.
Foto: FUNKE Foto Services
  • 120 Mädchen und Jungen nehmen an der Sommer-Uni der Uni Duisburg-Essen teil
  • Die15- bis 20-Jährigen erhalten Einblicke in Physik, Chemie, Biologie, Technik oder Informatik
  • Physik-Experimente sollen Begeisterung für MINT-Fächer wecken

Duisburg.. Florian Römer und Thomas Marzi sind Experten für den „Wow-Effekt“. Das Thema Magnetismus macht eben erstmal nicht viel her. Wenn aber eine Erdbeere plötzlich über der Oberfläche schwebt oder ein Stück Holz mit Sauerstoff brennt, wird Physik gleich viel anschaulicher. 60 Mädchen und 60 Jungen experimentieren in dieser Woche in der Sommer-Uni an der Uni Duisburg-Essen über Themen wie Sudokus, LEDs, Wasseraufbereitung, Planeten oder Logistik. Seit über 20 Jahren will die Uni mit der Projektwoche die Lust auf MINT-Fächer bei Schülern wecken.

Physik bedeutet nicht nur stupides Lernen

Zugegeben, so voll ist der Physik-Hörsaal nicht immer. Heute aber sind die Reihen voll besetzt, da lauschen etwa 100 Schüler der Vorlesung „Magie des Magnetismus“. Habilitant Florian Römer und Doktorand Thomas Marzi zeigen den Jugendlichen physikalische Experimente, „eine Show-Vorlesung“, wie die beiden sagen, um zu vermitteln: „Physik bedeutet nicht nur stupides Lernen, sondern macht auch Spaß“, sagen die Wissenschaftler. Sie wissen: „Als Physiker steckt man schnell in der Nerd-Schublade.“ Dabei muss Wissenschaft nur begreifbar gemacht werden – dann qualmt und dampft die Physik, sie zischt, brodelt und spuckt Feuer.

„Auch aus solchen Effekt-Experimenten kann man etwas lernen“, sagt Thomas Marzi und schiebt den Styropor-Behälter mit flüssigem Stickstoff auf den Tisch. Die Schüler verfolgen die Experimente über eine große Leinwand, damit es auch die hintersten Reihen mitbekommen. Den Stickstoff füllen die Wissenschaftler über einen Trichter in eine Spielzeug-Lok ein – in ihr ist ein Hochtemperatur-Supraleiter versteckt. Dabei sickert der Nebel in feinen Schwaden über die Magnetschiene, auf der die Lok liegt. „Die Bahn besteht aus lauter Magneten, die gegeneinander gepolt sind“, erklären die Physiker. Der über minus 190 Grad Celsius kalte Stickstoff kühlt die Lok herunter, „das macht das Material perfekt leitend“. Der Hörsaal hält die Luft an und einen Moment später schwebt die Lok über den Magnet-Schienen. Ein Stups und sie gleitet wie ein Hoverboard wenige Zentimeter über den „Gleisen“ in die Kurven. „Alles kann schweben, man braucht nur ein entsprechendes Magnetfeld“, erklären die Wissenschaftler.

Sommer-Uni soll auch junge Frauen für Mint-Fächer begeistern

„Spannend“, finden das die Schwestern Lena und Alexandra Zweig, die das Krupp-Gymnasium in Rheinhausen besuchen. „Solche Experimente machen wir im Unterricht sonst nie.“ Ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren können sich die 16-Jährigen gut vorstellen. Dabei zwischen lauter Jungs zu sitzen, würde sie nicht stören. „Mit denen sind wir uns bisher immer gut klar gekommen“, lachen sie.

Es sind gerade junge Frauen wie Lena und Alexandra, die die Hochschule mit der Sommer-Uni erreichen will. Daher sind viele Veranstaltungen nach Geschlechtern getrennt. „Denn während Jungs einfach drauflosreden, haben Mädchen oft Angst, sich zu blamieren“, wissen Florian Römer und Thomas Marzi. Womöglich, so hoffen sie, hat’s bei der ein oder anderen „Wow“ gemacht und die Begeisterung für Physik geweckt.

„Markt der Studiengänge“ am Donnerstag, 18. August

In der Sommeruni erhalten die 15- bis 20-Jährigen Einblicke in Physik, Chemie, Biologie, Technik oder Informatik.

Der Markt der Studiengänge ist für alle Interessierten geöffnet. Dort präsentieren sich Studiengänge, Fakultäten und Institutionen der UDE am Donnerstag, 18. August, 13.30 - 15 Uhr, Campus Duisburg, Raum SG 135.

 
 

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