Schüler entwickelten frische Ideen für Duisburgs Norden

Jessica, Yasin, Timo, Dozentin Melanie Borchers und Denis (v.l.) in der Diskussion.
Jessica, Yasin, Timo, Dozentin Melanie Borchers und Denis (v.l.) in der Diskussion.
Foto: WAZ-Fotopool
Schüler der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule in Duisburg entwickelten im Universitätsprojekt „Connect“ Handlungsmöglichkeiten, um Lebensqualität und Mobilität zu verbessern - in Zusammenarbeit mit Studierenden, Dozenten und Lehrern in Workshops.

Duisburg. Vollgeschriebene Stellwände werden durch den Raum geschoben, darauf flattern Klebezettelchen in Grün, Rosa, Orange im Fahrtwind. Es ist Zeit für die Zwischenpräsentation, die Kleingruppen kommen zusammen, zwei Minuten hat jede Gruppe, um den anderen das eigene Thema und die Lösungsideen vorzustellen. Als Vortrag, Zwiegespräch oder Theaterstück.

Das Universitätsprogramm Connect wirbelt gerade an der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule Schüler der Jahrgangsstufe 12 durcheinander. Per Losverfahren wurden 25 ausgewählt, die jetzt gemeinsam mit Studierenden, Dozenten und Lehrern in Workshops den Duisburger Norden unter die Lupe nehmen, um Lebensqualität und Mobilität zu verbessern.

Eine mobile Begegnungsstätte

Eine Gruppe hat als Manko im Duisburger Norden die geringen Freizeitmöglichkeiten gekoppelt mit eingeschränkter Mobilität ausgemacht. Ihr Lösungsansatz: Eine mobile Begegnungsstätte, ein Bus als Treffpunkt. Eine andere Gruppe, die Vorurteile zwischen den Generationen beklagt, will dagegen mit Rollentausch-Aktionen angehen, damit der Rentner Einblicke in die Lebenswelt der jungen Menschen bekommt und diese umgekehrt mehr Verständnis für die Sicht der Generation Silber bekommt.

Um den Abbau von Schwellen geht es auch Lehrerin Ariane Vahle mit Connect. Damit könne der Weg an die Uni geebnet werden. Im direkten Kontakt mit Studierenden lasse sich leichter prüfen, ob ein Studium überhaupt oder auch ein spezielles Fach das richtige ist. Das Interesse der Schüler ist jedenfalls groß, auch am schulfreien Montag kamen alle zum Workshop.

„Es macht einfach Spaß, sich selbst ein Thema auszusuchen“, sagt Dennis Dektyarov (17). In seiner Gruppe entstand schnell die Frage, wie man mehr Schüler zum Fahrradfahren motivieren kann. Dennis weiß genau, warum er nicht mehr radelt: Das Bike ist geklaut. Also muss schon mal für mehr Sicherheit gesorgt werden, ist sich das Team einig. Und zur Motivation wollen sie einen Wettbewerb ausloben, unter Schülern, unter Schulen. Der Prototyp einer Homepage ist schon gebaut, jetzt geht es um das Feintuning: Wie kann man die Eingaben der Schüler überprüfen? Per GPS? Darüber grübelt auch Soziologiestudent Steffen Brieden (23), dem der Workshop nebenbei bis zu fünf Credit Points fürs Studium einbringt, „das lohnt sich schon“.

Auf Menschen einlassen

Maschinenbau-Student Ben Charfi geht sogar noch weiter: „Als Werkstudent bei Siemens habe ich gemerkt, dass gute Noten allein nicht reichen, Sozialkompetenzen sind gefragt.“ Die könne er im Workshop trainieren, hier müsse man sich öffnen, sich auf viele verschiedene Menschen einlassen können, „und ich kann mich selbst und meine Stärken auch besser entdecken“.

 
 

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