Schraubbar: Mischung aus Fahrrad-Werkstatt und Bar

Manolo, Rilana, Svenja und Frederik an der selbst eingebauten  Theke.
Manolo, Rilana, Svenja und Frederik an der selbst eingebauten Theke.
Foto: Funke Foto Services
Seit einem halben Jahr gibt’s die Schraubbar in Hochfeld. Hier wird alten Rädern neues Leben eingehaucht. Individuelle Wünsche werden berücksichtigt.

Duisburg/Hochfeld. In der Werkstatt parkt ein Mini-Beachcruiser in knalligem Pink. Die Schutzbleche sind mit Leo-Fell bezogen. Bahadir „Bahdi“ Bakirci hat das Kinderfahrrad „gepimpt“. Er selbst fährt ebenfalls kein Rad von der Stange, sondern hat aus einem alten 1950er-Jahre-Fahrradrahmen ein neues Zweirad gebaut. Seit einem halben Jahr gibt es die „Schraubbar“ an der Eigenstraße, für die sich fünf Jungs zusammengetan haben. Das Konzept ist einfach: hinten Werkstatt, vorne Bar.

„Wir haben uns alle in der Heimat Hochfeld kennen gelernt“, erzählt „Schraubbar“-Gründer Manuel Luckfiel, den alle nur „Manolo“ nennen. Einige von seinen Mitstreitern arbeiten hauptberuflich in der Branche, er hatte bisher hobbymäßig an Rädern gebastelt, und brauchte mehr Platz. So ging es auch „Bahdi“ Bakirci. „In dem Zimmer, in dem ich sonst die Räder zusammengeschraubt habe, schläft jetzt das Kind“, erzählt er lächelnd. Und weil Manolo auf der Suche nach Eigentum war, mietete er keine Garage, sondern kaufte das Ladenlokal. „Früher war hier mal ein Friseur drin, dann ein Kiosk und ein Antiquariat“, erinnert er sich. Die Kunden loben ihn oft für das Konzept, „aber wir haben einfach gemacht. Das hat sich daraus entwickelt.“

Jeder hat seine Ecke, in der er werkelt, mit eigenem Werkzeug. „Aber wir teilen auch“, sagt Bahadir Bakirci. Zweimal in der Woche ist die Schraubbar geöffnet, mittwochs und samstags. „Bahdis“ Baby kam an einem Mittwoch auf die Welt. „Ein echtes Schraubbar-Baby“, sagt er stolz.

Mehrere Modelle in Gebrauch

Anfangs haben sie alle Reparaturen angenommen und auch Kleinigkeiten erledigt. Mittlerweile sind sie gut im Geschäft und haben weniger Zeit für Kleinkram. Von Bekannten und Nachbarn bekommen sie alte Schätzchen, um sie wieder aufzumöbeln. „Customizing“ heißt der Trend, wenn aus Serien-Modellen individuelle Einzelstücke gefertigt werden. Einige lassen sich von ihnen beraten, welche Komponenten man einbauen könnte, andere Radliebhaber wollen lieber selbst schrauben und brauchen ein bisschen Anleitung von den Profis. An neuen Rädern hat Manolo keinen Spaß, da fehlt die Seele. Er selbst hat immer mehrere Modelle in Gebrauch, aktuell ein Lastenrad und ein E-Bike.

Unter anderem auf Facebook bieten sie die neuen Alten an: „Ein kleiner Italiener mit Benotto Stahlrahmen sucht ein neues Zuhause“, offerieren sie. Allen anderen empfiehlt sich, einfach zu den Öffnungszeiten vorbeizuschauen und die Jungs auf neue Rad-Projekte anzusprechen.

Öffnungszeiten und Terminabsprachen

Die Schraubbar hat mittwochs ab 16 Uhr geöffnet und samstags ab 19 Uhr. Wenn gerade niemand vor Ort ist, kann man mit den Mitarbeitern unter der Rufnummer 0174/9593613 einen Termin oder ein Vorhaben absprechen. Infos gibt’s zudem auf der Facebookseite www.facebook.com/schraubbarhochfeld. Dort werden auch Veranstaltungen angekündigt.

 
 

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