Schneller Verkauf überrascht

1999 fiel der Vorhang für das Musical „Les Miserables“ im eigens dafür gebauten Theater am Marientor, 2012 beschloss der Rat den Verkauf des Hauses, ab Februar 2014 wurde mit „Mehr! Entertainment“ verhandelt, im Januar 2015 war der Verkauf perfekt – und jetzt ging es ganz schnell: Vier Monate nach der Übernahme hat „Mehr! Entertainment“ das Haus weiter verkauft – an die Autark-Gruppe von Sabine Kühn, die mit dem Interessenten, der schon seit Jahren um das TaM kämpft, das Musical „Brave Heart“ herauszubringen: Wolfgang DeMarco. Der sagte gestern vorerst nur, dass das Haus „umfassend bespielt“ werden müsse, um wirtschaftlich zu sein, dass er sein Musical gern im Herbst 2016 auf die Bühne bringen würde – und „alle weiteren grundlegenden Dinge“ am kommenden Donnerstag bekannt gegeben werden. „Wir machen alles gemeinsam und arbeiten mit ,Mehr!’ zusammen“, so Sabine Kühn.

„Nachdem wir den Zuschlag bekommen hatten, haben wir mit DeMarco über eine Produktion gesprochen, aber er wollte nicht mieten, sondern das Theater haben“, sagte Maik Klokow gestern im Gespräch mit dieser Redaktion: „Er hat ein Angebot gemacht – und das war zu gut, um nein zu sagen.“

Wie berichtet, hat „Mehr! Entertainment“ das TaM für 2,5 Millionen Euro gekauft, die Autark-Gruppe hatte etwa 300 000 Euro mehr geboten, aber nicht den Zuschlag der DBV bekommen, die das Haus im Auftrag der Stadt vermarktet hatte.

Der schnelle Weiterverkauf sei nicht geplant gewesen, beteuerte Klokow. Auch habe er nichts damit zu tun, dass „Mehr Entertainment“ mit Sitz in Düsseldorf kürzlich Mitarbeiter entlassen hat. Grund dafür sei gewesen, dass es nach den Musical-Produktionen „Shrek“ und „Cats“ keine lukrativen Lizenzen für Anschlussproduktionen gab. „Wir haben noch 650 Angestellte“, so Klokow. Letztlich sei es „Mehr Entertainment“ darum gegangen, einen Abriss des TaM zu verhindern. Man werde das Haus weiter bespielen wie mit der „Tap Dogs“-Show.

„Das ist schon eine große Überraschung“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer und Kulturausschussmitglied Oliver Hallscheidt. Wichtig sei, dass die Philharmoniker im TaM bleiben können, bis die Mercatorhalle saniert ist.

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