Saxofon-Star Denis Gäbel auf der Spur der Jazz-Veteranen

Für einen Jazzliebhaber gehört das Tenorsaxofon mit seinem vollen und mächtigen Klang zu den Instrumenten, die noch jede musikalische Mode locker überleben. Zu den jungen Stars des europäischen Jazz zählt nun schon bereits seit einiger Zeit Denis Gäbel, dessen Saxofon-Sound gerne mit dem des immer noch sehr lebendigen Veteranen Sonny Rollins verglichen wird. Dennis Gäbel stellte sich jetzt mit seinem Quartett, dem so exzellente junge Kollegen wie der Pianist Sebastian Sternal, der Bassist Matthias Nowak und der Schlagzeuger Fabian Arends angehören, im ersten Intermezzo-Konzert der neuen Saison in der Duisserner Lutherkirche vor. Das Publikum erlebte eine konzertante Glanzleistung, die für die neue Spielzeit des Intermezzo-Teams viel verspricht.

Der in Köln lebende Denis Gäbel steht mit seinen dynamischen Saxofon-Blue-Notes tief in der Tradition großer Vorbilder, um dabei aber auch jederzeit sehr modern zu klingen. Der smarte Moderator eröffnete den Abend mit seiner Eigenkomposition „Antibes“, das die Wärme der Mittelmeerlandschaft in der winterlichen Kirche sofort spürbar machte. Dabei ließ er auf hohem Niveau den wunderbar lyrischen Ton des großen Kollegen Michael Brecker vernehmen. Mit „Ronda“ folgte dann wieder eine Urlaubskomposition, bei der der glänzende Pianist Sebastian Sternal sich leichthändig als neo-romantischer Schüler von Bill Evans in Szene setzte.

Bassist Matthias Novak und der feinfühlig trommelnde Schlagzeuger Fabian Arends unterstützten das balladeske Spiel ihrer Solisten mit gradlinigen, aber auch hintersinnigen Rhythmen, reich an Zwischentönen und Nuancen. Weiter ging es mit „Peggy Blue Skyline“ von Charles Mingus, der an der explosiven Strahlkraft und an den scharfen Tempo-Sequenzen von Denis Gäbel seine helle Freude gehabt hätte. Im Laufe des Abends, bei dem das Quartett den musikalischen Spannungsbogen nie abreißen ließ, durfte sich das mit spontanem Applaus nicht geizende Publikum über gewiefte Arrangements von Komponisten wie Eddie Harris, McCoy Tyner und Billy Strayhorn, aber auch an weiteren Eigenkompositionen von Gäbel erfreuen, dessen Quartett man gerne noch einmal hier begrüßen würde.

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