Sauerlands PR-Berater schmeißt hin

Jürgen Polzin, Hayke Lanwert
Foto: ddp/Sascha Schuermann

Duisburg. Nach nur wenigen Tagen ist das Engagement des PR-Beraters Steinkühler beendet worden, der für die Duisburger Stadtspitze nach der Loveparade-Katastrophe die Krisenkommunikation managen sollte. Das Engagement war heftig kritisiert worden.

Das Engagement des Düsseldorfer PR-Beraters Karl-Heinz Steinkühler, der für die Duisburger Stadtspitze die Krisenkommunikation nach der Loveparade-Katastrophe steuern sollte, ist nach nur wenigen Tagen schon wieder beendet. Am Mittwochmorgen legte er sein Mandat nieder. Nach Information der WAZ soll der Grund hierfür mangelnde Offenheit der Stadtspitze gewesen sein. „Die Tätigkeit war ohnehin nur kurzfristig angelegt. Sie sollte die Sprachlosigkeit des Rathauses beenden“, hieß es. Die Stadt und die sie beratende Düsseldorfer Anwaltskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland hatte sich in den vergangenen Tagen in verschiedenen Medien zur Tragödie geäußert. In den Interviews hatte er die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung gebeten, gleichzeitig aber bekräftigt, dass er vorerst nicht zurücktreten wolle, um bei der Aufklärung mitzuhelfen.

Der externe Medienberater war über die Düsseldorfer Anwaltskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek engagiert worden. Mit ihr arbeitet die Stadt eng zusammen. Die Kanzlei soll die Zuständigkeiten und Aufgaben der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der Loveparade juristisch prüfen. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Mitarbeiter der Stadt pflichtwidrig gehandelt und gegen rechtliche Vorschriften verstoßen haben. Der abschließende Bericht der Kanzlei wird in zwei Wochen erwartet.

Das Engagement eines PR-Profis für die hoch verschuldete Stadt hatte auch bei der Kommunalaufsicht für Erstaunen gesorgt. Die Bezirksregierung hatte angekündigt genau zu prüfen, wie die Finanzierung des PR-Mannes geregelt sei. Das Honorar soll bei bis zu 2000 Euro am Tag gelegen haben, so die Erkenntnisse der SPD-Fraktion im Rat.