Sanierung der Duisburger Stadtmauer teurer als geplant

Stefan Endell
Die Stadtmauer im Innenhafen in Duisburg.
Die Stadtmauer im Innenhafen in Duisburg.
Foto: WAZ
Maroder als gedacht, teurer als geplant: Die vor vier Jahren begonnene Sanierung der mittelalterlichen Stadtmauer wird deutlich teurer als geplant. Die geplanten Gesamtkosten von einst 955.000 Euro für die Instandsetzung der in elf Einzelabschnitte unterteilten 670 Meter lagen Stadtmauer werden nicht ausreichen.

Duisburg. Maroder als gedacht, teurer als geplant: Die vor vier Jahren in 2009 begonnene Sanierung der mittelalterlichen Stadtmauer wird deutlich teurer als geplant. Die vom Büro „Architektur und Denkmalpflege“ geplanten Gesamtkosten von ursprünglich 955.000 Euro für die Instandsetzung der in elf Einzelabschnitte unterteilten 670 Meter lagen Stadtmauer werden nicht ausreichen, um die tatsächlich angetroffenen Schäden an der baufälluifgen Mauer ausbessern zu können. Hinzu kämen zudem stärker gestiegene Baupreise als kalkuliert, so dass jetzt noch einmal 340.000 Euro aufgebracht werden müssen, um die noch fünf fehlenden Teilstücke der alten Stadtmauer ebenfalls sanieren zu können.

Duisburger Stadtmauer gilt als eine der ältesten im Rheinland

Voraussetzung: Die Bezirksregierung Düsseldorf muss diese Summe zu 50% fördern und sie muss der Stadt die Erlaubnis erteilen, für die anderen 50% der Zusatzkosten (170.000 Euro) neue Schulden machen zu dürfen.

Offenbar erst zu Beginn der Sanierungsarbeiten sind nach Beschreibung der Kulturverwaltung die Handwerker auf deutlich größere Schäden in Mauerwerk und Fugen gestoßen, als es zunächst von außen erkennbar gewesen sei. Um aber eine langfristige, neue Standfestigkeit wie auch die zuverläsige Verkehrssicherheit des historischen Gemäuers zu gewährleisten, muss jetzt erst einmal finanziell nachgebessert werden.

Einstimmiger Beschluss im Kulturausschuss

Dies haben gestern die Mitglieder des Kulturauzsschusses des Rates schon einmal einstimmig so beschlossen. Wenn im November die Zustimmung des Rates wie die der Bezirksregierung vorliegt, können dann die Mauerteile am Aachener Turm, an der Tiefgarage Innenhafen, am Schwanentor Calaisplatz, an der Unterstraße sowie der Untermauerstraße (das entspricht 23% der Stadtmauer) saniert werden. In den 1960er Jahren wurden die am Kuhlenwall noch stehenden Reste der Stadtmauer abgerissen und mit den Abbruchsteinen zusammen wieder im alten Stil aufgebaut.

Nach dem 2. Weltkrieg waren noch 80% der einst 2,4 Kilometer langen Stadtmauer erhalten, auch wenn zwischen den Jahren 1815 und 1833 alle Stadttore (Stapeltor, Kuhtor, Marientor und Schwanentor) bereits abgerissen worden waren.

Die Duisburger Stadtmauer gilt als eine der ältesten im Rheinland; ihre Existenz geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Einen vollständigen Eindruck von der Wehranlage gewinnt man durch den Stadtplan von Johannes Corputius aus dem Jahr 1566. Die Stadtmauer verlief u.a. entlang des Rheines (heute Innenhafen). Dort stehen auch die ältesten historischen Zeugnisse: gebaut aus Tuffstein auf Bruchsteinfundamenten. In der jüngeren Bauphase verwendete man dann Backsteine.