Salafisten-Spur führt nach Duisburg

Im Fall der mutmaßlichen Bomben-Attentäter Yussuf T. und Mohammed B. (16), die den Sprengstoff-Anschlag auf den Essener Sikh-Tempel begangen haben sollen, führt eine Spur nach Duisburg. Die beiden Jugendlichen aus Gelsenkirchen und Essen sollen oft zum Beten in ein Reisebüro in Rheinhausen gegangen sein. Dort hätten sie sich radikalisiert, hatte der WDR berichtet.

Reisebüro-Inhaber Hasan Celenk stehe danach laut Polizei in Verdacht, ein selbsternannter Imam mit guten Kontakten in die salafistische Szene bis nach Syrien zu sein. Gegenüber dieser Zeitung erklärte Celenk am Montag, er kenne die beiden Jugendlichen nicht. Seit dem 23. April, nachdem Polizeibeamte bei ihm waren und ihn ermahnten, nicht mehr zu unterrichten, habe er die Arabischstunden eingestellt. Auf die Frage, wie die Polizei auf ihn gekommen sei, erzählt Celenk, eine - ihm nicht bekannte - Mutter habe ihn wegen des negativen Einflusses auf ihren Sohn anzeigt. Duisburgs Polizeisprecherin Daniela Krasch bestätigt auf Nachfrage, dass der Staatsschutz das Reisebüro von Hasan Celenk beobachtet. „Wir haben das Büro seit längerer Zeit im Blick und dort auch schon öfter Gefährderansprachen durchgeführt“, erklärte sie. Warum und seit wann Celenk im Visier der Beamten ist, könne sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Auch die Essener Polizei betonte am Montag, man werde sich nicht zu dem Fall äußern, um Ermittlungen nicht zu gefährden.

Schon kurz nach dem Anschlag auf den Sikh-Tempel gab Essens Polizeipräsident Frank Richter an, Yussuf T. und Mohammed B. seien schon länger polizeibekannt und eingebunden in die salafistisch-dschihadistische Szene an Rhein und Ruhr. Es gebe „klare Bezüge zur Terrorszene“. Yussuf T. wurde schon seit 2014 im Präventionsprogramm „Wegweiser“ gegen gewaltbereiten Salafismus betreut. Auch in Marxloh gibt es solch eine Anlaufstelle.

 
 

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