Rundgang durch das Duisburger Stadtfenster begeistert Leser

„Wir haben hier in der zweiten Etage auch die schöngeistige Literatur untergebracht“, sagte Bücherei-Leiter Dr. Jan-Pieter Barbian (Mitte) beim ausgedehnten Rundgang durch die Räume der neuen Stadtbibliothek im Stadtfenster.
„Wir haben hier in der zweiten Etage auch die schöngeistige Literatur untergebracht“, sagte Bücherei-Leiter Dr. Jan-Pieter Barbian (Mitte) beim ausgedehnten Rundgang durch die Räume der neuen Stadtbibliothek im Stadtfenster.
Foto: FUNKE Foto Services
20 WAZ-Leser erkundeten das neue Stadtfenster – und sind begeistert. Die Leiter der Stadtbibliothek und der VHS baten zu einem Rundgang.

Duisburg.. Wer sich mit einem guten Buch in der Hand in eine der überdachten neuen Leseinseln setzt und zu schmökern beginnt, der versinkt in eine andere Welt. Das mag am weichen Filz liegen, mit dem das Möbelstück ausgepolstert ist. Filz bietet nicht nur Sitzkomfort, sondern schluckt auch den Schall. „Darin haben sie fast Strandkorb-Atmosphäre“, sagt Dr. Jan-Pieter Barbian mit einem Schmunzeln. Der Leiter der Stadtbibliothek führte mit Dr. Gerhard Jahn, Chef der Volkshochschule, durchs Stadtfenster. Der Neubau an der Steinschen Gasse bietet beiden Bildungseinrichtungen künftig eine Heimat. 20 Leser durften im Rahmen unserer Sommerserie „WAZ öffnet Pforten“ bei einer exklusiven Führung schon einmal hineinschnuppern.

„Das ist ja ein Paradies hier“, schießt es aus Uwe Neuenfeldt heraus. Der Großenbaumer staunt Bauklötze, als die Gruppe die neue Kinder- und Jugendbibliothek in der ersten Etage betritt. Vier bunte Holzhäuser stehen verteilt auf etwa 1000 Quadratmetern Fläche. Sie sind in unterschiedlichen Farben gestrichen, für jeder Altersgruppe (0-3 Jahre, 3-6, 6-9, 9-12) eine. „Wir haben die Hausform gewählt, weil sich die Kinder hier wie zu Hause fühlen sollen“, so Barbian. Die Kleinen aller Nationalitäten sollen hier früh ans Lesen herangeführt werden. „Denn“, weiß Barbian, „wer als Kind gern hierher kommt, der kommt auch als Erwachsener wieder.“

Zuvor bei der Begrüßung im Foyer des Stadtfensters hatte Barbian den Gästen schon einmal die neuen Ausleihmodalitäten erklärt: Die rund 320 000 Medien, über die die Stadtbibliothek verfügt, sind alle mit einem Computerchip ausgestattet worden. An den Ausleihterminals, von denen allein drei im Foyer stehen, kann jeder Besucher seinen Stapel Bücher ablegen. Die Geräte erfassen zunächst die Personalien des Entleihers von dessen Büchereiausweis und danach alle ausgewählten Medien automatisch. „Wie viele Arbeitsplätze sparen sie dadurch ein?“, fragt Gudrun Koschwitz-Hander kritisch nach. „Keinen einzigen“, antwortet Barbian. Die Zahl von 70 Mitarbeitern bleibe unangetastet. Frei werdende Kapazitäten würden komplett in den Service gesteckt.

Weniger Platz bei Lesungen im Café

In der ersten Etage wird derzeit das neue Café eingerichtet. Bei Lesungen finden hier künftig 85 Besucher Platz, in der alten Stadtbibliothek an der Düsseldorfer Straße waren es 400. „Bei Veranstaltungen mit populären Gästen weichen wir in den Kleinen Prinz aus“, sagt Barbian. Hier würden auch gemütliche Sofas aufgestellt, zudem gibt’s freie WLAN-Nutzung, so VHS-Leiter Jahn: „Wir wollen digitales Lernen in einer angenehmen Atmosphäre ermöglichen.“

Dann folgen spannende Zahlen und Fakten: 10.000 Quadratmeter stehen für die Bildungsnutzung im Stadtfenster zur Verfügung, 6500 für die Stadtbibliothek, 3500 für die VHS. Im Schnitt kommt es in der Bibliothek zu 8000 Entleihungen pro Tag. Von den 320.000 Medien seien laut Barbian „10 bis 20 Prozent“ immer ausgeliehen. Nur jetzt sei es mehr als die Hälfte gewesen. Um beim Umzug möglichst wenige Bücher, CDs etc. einpacken zu müssen, sollten die Duisburger die Bibliothek „leer leihen“. Das taten sie: 180.000 Medien verbrachten die Umzugszeit bei ihren Entleihern. „Es hat dennoch zweieinhalb Wochen gedauert, um den Rest von A nach B zu bringen“, so Barbian. Jetzt Dienstag zur Eröffnung kommt vieles zurück.

Auch die VHS-Unterrichtsräume verblüffen

Doch auch die VHS-Unterrichtsräume verblüffen die WAZ-Leser. 19 Räume gibt es, alle sind ausgestattet mit der neuesten Technik, um den Unterricht so modern wie möglich zu gestalten. Gerhard Jahn zeigt etwa die multimedialen Smartboards, die die herkömmliche Tafel abgelöst haben. Auch die von Archäologen freigelegten Klostermauerreste, auf denen das Stadtfenster thront, zeigt Jahn. „Und hier finden sie die Überreste der alten Duisburger Universität.“ Das kollektive Staunen über das Stadtfenster bringt Waltraud Buchloh auf den Punkt: „Da können wir Duisburger stolz drauf sein.“

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