Ruhrtriennale zeigt Europa-Premiere Nomanslanding im Hafen

Anne Horstmeier
Auf der Mühlenweide wird die Kuppel errichtet, die am Montag zu Wasser gelassen wird.
Auf der Mühlenweide wird die Kuppel errichtet, die am Montag zu Wasser gelassen wird.
Foto: Rainer Schlautmann
Die multimediale Installation „Nomanslanding“, die Urbane Künste Ruhr im Rahmen der Ruhrtriennale zeigt, erlebt die Europa-Premiere im Eisenbahnhafen.

Duisburg. Der Aufbau ist unübersehbar, bald wird das Rätsel um die hölzerne Kuppel gelöst: Die begehbare Installation „Nomanslanding“ hat im April in Sydney ihre Welt-Uraufführung erlebt, die Europa-Premiere ist am 15. August in Ruhrort, 2016 heißt die nächste Station Glasgow.

Urbane Künste Ruhr zeigt im Rahmen der Ruhrtriennale die Gemeinschaftsproduktion fünf international renommierter Künstler: Robyn Backen aus Australien, Andre Dekker & Observatorium aus den Niederlanden, Graham Eatough aus Großbritannien, Nigel Helyer und Jennifer Turpin aus Australien, wo die Arbeit vom 2. April bis 3. Mai zu sehen war. Vom Darling Hafen in Sydney zum Eisenbahnhafen in Duisburg zum Hafen im Fluss Clyde in Glasgow bildet sie auch eine Verbindung von Städten, die von Krieg und Industrialisierung geprägt sind.

Nomanslanding: Wortspiel aus Niemand(sland) und Landung

„Nomanslanding“ – ein Wortspiel aus „Niemand(sland)“ und „Landung“ – ist voneinander gegenüberliegenden Ufern im Eisenhafen über zwei auf dem Wasser schwimmende Stege zugänglich. Die Installation umfasst zwei große, bewegliche Plattformen, die sich auf der Wasserfläche zu einem Dom in Form einer Halbkugel vereinigen. Im Innenraum nehmen die Besucher an einer Aufführung teil: Im allmählich sich verdunkelnden Raum ist eine Sound-Collage zu hören, die nach dem kompletten Zusammenschluss der beiden Teil im live gesungenen Beitrag eines Künstlers ihren Höhepunkt erlebt.

Die Multimedia-Performance erzählt Geschichten vom Leben am und auf dem Wasser. Sie spielt mit historischen Zitaten und Assoziationen auf die Geschichte der jeweiligen Hafenorte an. Sie will die teils belastete Vergangenheit der Hafenregionen während der beiden Weltkriege und des Industriezeitalters ins Bewusstsein der Besucher holen. Das Wasser als verbindendes Element soll zum Nachdenken anregen über die Gegenwart und Zukunft der Orte. Am Montag wird die Kuppel im Eisenbahnhafen zu Wasser gelassen.