Ruhr.2010 ein Erfolg für und dank Duisburg

Ursel Beier
Die Generalprobe des Lichtkunstfestival „Ruhrlights: Twilight Zone“ am Johannes-Corputius-Platz. Foto:   Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool
Die Generalprobe des Lichtkunstfestival „Ruhrlights: Twilight Zone“ am Johannes-Corputius-Platz. Foto: Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool
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Duisburg. „Duisburg steht für mich für Leben und für Zukunft. Es war ein starker ­Pfeiler des Programms“, sagte Ruhr-2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen zum Ausklang des Kulturhauptstadtjahres. Das hat sich auch für die Duisburger Hoteliers gelohnt.

„­Zwischen Marxloh und ­Ruhrort gab es eine Menge hochinteressanter Angebote“, resümierte Fritz Pleitgen zum Ausklang der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 in Duisburg. Dabei ist es noch gar nicht zu Ende, das europäische Mammut-Wagnis, auf das sich die 53 Ruhrgebietsstädte in diesem Jahr eingelassen haben. Am Samstag, 18. Dezember, gibt’s eine Abschlussveranstaltung im Innenhafen. Pleitgen: „Wir werden uns in aller Frische mit tollen Bildern verabschieden.“

Das vorausgesagte Wetter – Schneeschauer, minus vier Grad, Windböen – sieht der Ruhr-2010-Geschäftsführer einfach nur als Herausforderung: „So schließt sich der Kreis.“ Denn der Start war genauso heftig und kalt. Und er gelang.

500.000 auf der A 40 in Duisburg

Duisburg, fand Pleitgen, habe seine Rolle als „Hafen der Kulturhauptstadt voll und ganz ausgespielt“. Die Gesamtbilanz der kulturellen Ereignisse fiel bei allen Organisatoren positiv aus. Hervorgehoben wurden die Höhepunkte unter den 500 städtischen Einzelangeboten vom Duisburger Kulturdezernenten Karl Janssen: das Still-Leben Ruhrschnellweg, das insgesamt 3 Millionen Menschen auf die A 40 lockte, in Duisburg allein 500.000.

Janssen erinnerte an die fantastische „Local-Heroes-Woche“ im Mai, an die weithin sichtbaren „Schacht-Zeichen“ mit ihren 16 gelben Ballons, an den „Day of Song“, der 7000 singende Menschen auf dem König-Heinrich-Platz zusammenbrachte, an das 2-3-Straßen-Projekt „mit seinen sozial- und kulturpolitischen Aspekten“ im Stadtteil, an die „Rote Couch“ von Horst Wackerbarth. „Für dessen Ausstellung ,Here & There’ gibt es schon Anfragen aus Wuhan, Honduras und Calais.“

„Großartig“, so Janssen, auch die „Sinfonie der Tausend“ mit den Duisburger Philharmonikern und 1300 Mitwirkenden im Landschaftspark. Er zählte noch weitere Projekte auf und schätzte die Besucherzahl auf insgesamt eine Million Menschen. Dazu kamen 120 000 Gäste auf Duisburgs Website zur Kulturhauptstadt und 1200 Fans, die sich per Facebook und Twitter auf dem Laufenden hielten.

17 Prozent mehr Übernachtungen

Den Erfolgen, zahlenmäßig wie wirtschaftlich, rechnete der Kulturdezernent noch die Übernachtungszahlen in den Hotels hinzu: „eine Steigerung von 17 Prozent allein im ersten Halbjahr“.

Prof. Oliver Scheytt, der zweite Geschäftsführer von Ruhr 2010, stellte besonders heraus, „dass die Bürger des Ruhrgebiets ein neues Gemeinschaftsgefühl erfahren haben“.

Er lobte die revierweite „Netzwerkarbeit“, vor allem bei den 20 beteiligten Museen, davon drei in Duisburg, die Besucherrekorde verzeichnen konnten. Zum Beispiel das Wilhelm-Lehmbruck-Museum, das im laufenden Jahr 50 000 Besucher zählte, vor allem aufgrund seiner herausragenden Giacometti-Ausstellung.

„Die Netzwerk-Arbeit geht weiter“, betonte Dr. Söke Dinkla, Leiterin des Duisburger Kulturhauptstadtbüros, die sich gemeinsam mit ihren Kollegen freute, dass unter anderem die Lichtkunst nach Art der spektakulären „Ruhrlights“ als Projekt fortgeführt werden soll. Oliver Scheytt: „Ruhr 2010 lebt, auch nach diesem Jahr.“