RTL in Duisburg: Obdachlose am Ende – als Vera Int-Veen ihre Geschichte hört, kommen ihr die Tränen

Vera Int-Veen polarisiert mit ihrer neuen RTL-Sendung: „Vera unterwegs - zwischen Mut und Armut.“
Vera Int-Veen polarisiert mit ihrer neuen RTL-Sendung: „Vera unterwegs - zwischen Mut und Armut.“
Foto: TVNOW / Andreas Friese

Vera Int-Veen reißt in ihrer neuen RTL-Sendung „Vera unterwegs – zwischen Mut und Armut“ durch ganz Deutschland. Sie will erfahren, was es für Betroffene eigentlich bedeutet, arm zu sein. Ihre erste Station macht Vera Int-Veen im Ruhrgebiet. In Duisburg und Umgebung kämpft nach Vera Int-Veens Ansicht „eine ganze Region gegen den Verfall.“ Duisburg liege mittendrin und sei die drittärmste Stadt Deutschlands, „von fast 30.000 Menschen ohne Arbeit, ist die Hälfte langzeitarbeitslos“, so die RTL-Moderatorin.

Vera dürfte mit dieser düsteren Einschätzung nicht ganz falsch liegen, denn auch die aktuelle Bertelsmann-Studie kommt zu diesem Ergebnis. Duisburg gehört nicht nur zu den ärmsten Städten des Landes, sondern ist auch besonders stark vom demografischen Wandel betroffen. Zurück bleiben oft Langzeitarbeitslose, die nicht wissen, wie es für sie weitergehen soll. Die hohe Erwerbslosigkeit in der Region hat also ihre Gründe. „Der Strukturwandel ist heute Teil der gelebten Realität“, so ein Sprecher des Ministeriums für Heimat und Kommunales gegenüber DER WESTEN.

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Duisburg: Moderatorin Vera möchte mit Arbeitslosen ins Gespräch kommen

Mit diesen Betroffenen will die RTL-Moderatorin ins Gespräch kommen. Als erstes spricht sie mit einem Kiosk-Besitzer in Duisburg-Hochfeld. Yussef gehört der Kiosk „Am Brückenplatz“. Er bestätigt Vera: „Hochfeld ist schon intensiv.“ Viele Langzeitarbeitslose kämen schon frühmorgens zu ihm - um zu trinken.

Duisburg: Vera Int-Veen schaut sich im Brennpunkt um

Im Anschluss macht sich die RTL-Moderatorin auf den Weg zur Duisburger Tafel. Hier lernt Vera eine junge Obdachlose kennen, die so gar nicht ihrer Vorstellung von einer Wohnungslosen entspricht.

Christiane ist 36 Jahre alt, gelernte Gesundheits-und Krankenpflegerin. Zehn Jahre hat Christiane in ihrem Beruf gearbeitet - doch dann ist sie ihn die Arbeitslosigkeit gerutscht. Aktuell wohnt sie mit ihrem Freund in einem Abrisshaus. Ohne Strom und fließendem Wasser. Dafür müssen sie sich das Gebäude aber mit vielen Ratten teilen.

Bald bekommt sie vom Amt eine Wohnung, muss nicht mehr in dem Abrisshaus leben. Als Vera Int-Veen ihre Geschichte hört, stehen ihr die Tränen in den Augen. Sie mustert die Obdachlose, ist sichtlich von ihren Schilderungen betroffen.

„Ich hatte lange keine Zähne“, so die 36-Jährige weiter. Ihre Alkoholsucht habe das Zahn-Problem weiter verschlimmert. Dann folgten psychische Probleme.

Vera will Christiane Mut machen

„Die Gesellschaft empfängt dich mit offenen Armen“, sagt Vera zur Obdachlosen und macht ihr Komplimente für ihr Auftreten. Christiane fühlt sich geschmeichelt und sichtlich gestärkt.

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Ehepaar aus Duisburg: „Was habt ihr die letzten Jahre gemacht?“

Vera Int-Veen besucht danach ein Paar mit weniger guten Perspektiven für die Zukunft. Ein Duisburger Ehepaar, das schon seit sehr langer Zeit keiner beruflicher Tätigkeit mehr nachgegangen ist. Bettina und Klaus beziehen seit zehn Jahren und 30 Jahren Hartz 4. „Was habt ihr die letzten zehn Jahre gemacht?“, fragt Vera Int-Veen ratlos.

Als Analphabet hat es Klaus nicht leicht, er antwortet: „Suche, ich habe gesucht und gesucht.“ Er sei kein Stubenhocker und draußen aktiv auf der Suche nach einem Job gewesen. Als Lagerist oder Hausmeister. „Du läufst also seit zehn Jahren jeden Tag durch die Stadt?“, hakt In-Veen ungläubig nach. „Einmal in der Woche“, gibt Klaus dann doch zu.

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„Fast eine halbe Million Euro habt ihr den Staat schon gekostet“

Nach eigener Auffassung schaut Vera sich, „ohne werten zu wollen“ in der Wohnung um. Schon vormittags steht ein Bier auf dem Wohnzimmertisch des Paares: „Ist das dein Frühstück?“ fragt die Moderatorin an Bettina gerichtet. „Nein“, gefrühstückt habe sie schon. Erst danach habe sie sich das Bier geholt.

Nachdem Vera Int-Veen kurz danach die schmutzige Küche des Paares entdeckt, reicht es ihr augenscheinlich. Sie rechnet dem Paar vor, was 30 Jahre Arbeitslosigkeit den Staat bisher gekostet haben. „Fast eine halbe Million Euro“, so Vera Int-Veen und hält dem Paar ihr Handy mit der konkreten Summe hin. Das Paar kann es nicht glauben.

Nicht bei jedem Zuschauer kommt die neue Sendung und Veras direkte Art gut an. Das Publikum ist gespalten. Viele TV-Zuschauer werfen Moderatorin Vera Int-Veen Menschenverachtung vor.

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Zuschauer kritisieren Vera und ihre neue Sendung

So schreibt diese Twitter-Nutzerin: „Auch wenn sie sich 10 Jahre Zeit gelassen haben um wieder zu Arbeiten, besser spät als nie. Das menschenverachtendste Schlusswort in der Geschichte von RTL. Danke Vera.“

Auch andere Nutzer nehmen der RTL-Moderatorin ihre Empathie nicht ab. „Vera, wenn man Menschen wirklich nur helfen möchte, führt man sie nicht im TV vor Leuten wie uns vor.“

„Vera unterwegs - Zwischen Mut und Armut“ läuft ab Mittwoch 5. Juni um 20.15 Uhr auf RTL. (mj)

 
 

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