Roma in Rheinhausen - die Argumente sind die altbekannten

Martin Krampitz
Die Bürgerdiskussion über das sogenannte Problemhaus artete schnell in einen emotionalen Schlagabtausch aus
Die Bürgerdiskussion über das sogenannte Problemhaus artete schnell in einen emotionalen Schlagabtausch aus
Foto: Christoph Karl Banski / WAZ FotoPool
Nach der Gesprächsstunde des Vereins Bürger für Bürger in Rheinhausen, attackierten Vermummte Besucher der Veranstaltung. Zuvor hatten Anwohner und Teilnehmer der Nachtwache am Roma-Haus eine emotional aufgeheizte Diskussion. Eine Annäherung gab es nicht statt. Lösungen sind auch nicht in Sicht.

Duisburg. Geschätzt 180 Menschen nahmen an der vom Verein „Bürger für Bürger“ organisierten Versammlung teil. Es sind so viele Besucher, dass die Diskussion nach draußen vor das Zentrum des Bürgervereins verlagert wird. Initiator Rolf Karling als Moderator versucht, die Teilnehmer auf ein sachliches Gesprächsniveau einzustimmen. Doch nach wenigen Sätzen eskaliert die Situation. Die Stimmung ist zu emotional, zu aufgeheizt, mitunter aggressiv.

Schnell wird klar, dass zwei extrem konträre Positionen aufeinanderprallen – die der Bewohner aus der Nachbarschaft der Wohnblöcke und die der Nachtwachen-Teilnehmer. Jene, um die es geht, sind nicht vertreten: die rund 600 Roma, die in dem Haus leben. Es wird also übereinander geredet, nicht miteinander.

Integrations-Beauftragte widerspricht Vorwürfen von Anwohnern

Schon der erste Wortbeitrag bringt beide Seiten in Rage: Ein Nachbar berichtet von Müll und bis zu 30 Ratten pro Abend, Lärm- und Geruchsbelästigung im Umfeld des Hauses. Ein anderer erzählt, man habe ihm mit einem Stein die Scheibe seiner Wohnungstür eingeworfen. Der nächste beklagt: „Für mich ist das Hauptproblem, dass ein Vermieter so ein Haus an so viele Menschen vermieten darf. Dass die Stadt so etwas duldet. . .“

Elisabeth Pater vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt: „Die Roma sind keine Asylbewerber, die man über die Stadt verteilen kann. Die Rechtsgrundlagen sind hier völlig anders. Die Stadt hat nicht die Möglichkeit, anders zu handeln. Dem Vorwurf, die Stadt sei untätig, muss ich widersprechen. Wir helfen jenen, die integrationswillig sind. Und wir versuchen die, die kriminell sind oder Leistungsmissbrauch betreiben, mit rechtsstaatlichen Mitteln loszuwerden.“

Fazit: Bekannte Argumente werden ausgetauscht, oft hochemotional. Eine Annäherung findet nicht statt. Lösungen? Nicht in Sicht.