Riskid-Verein zeichnet Einsatz für Kinder aus

Heinz Sprenger (links) und Ralf Kownatzki (rechts) verleihen Marina und Manfred Karremann den Preis.
Heinz Sprenger (links) und Ralf Kownatzki (rechts) verleihen Marina und Manfred Karremann den Preis.
Foto: Stephan Eickershoff
  • Das Ehepaar Karremann wurde vom Verein Riskid für ihre Beiträge zum Kinderschutz ausgezeichnet
  • Der Preis würdigt auch den von zehn Jahren gestorbenen Staatsanwalt Gerd Unterberg
  • Das Preisgeld von 1000 Euro wollen sie für ihre Patenkinder in Haiti und Bangladesch verwenden

Duisburg..  Nur noch eine verweste Leiche fand die Polizei 2004 von der vierjährigen Natalie. Am Kreuz Kaiserberg hatten ihre Eltern sie verbuddelt. Zuvor durchlebte sie eine Tortur aus Gewalt und Vernachlässigung. Ihre Mutter wechselte häufig den Wohnort, hatte immer wieder neue Lebenspartner. Bis der letzte Natalie zu Tode prügelte.

Der TV-Journalist Manfred Karremann und seine Frau Marina drehten unter dem Titel „Wir sind doch Kinder“ eine Reportage über den Fall. Mit dem damaligen Leiter der Mordkommission Duisburg Heinz Sprenger besuchten sie den Fundort, ließen Sprenger Natalies Geschichte erzählen und über Defizite im Kinderschutz sprechen. „Wir sind doch Kinder“ ist nur einer von zahlreichen Beiträgen, die das Ehepaar Karremann produziert hat. Für ihr Engagement zum Schutz von Kindern ehrte sie der Verein Riskid, der sich für die Aufdeckung von Kindesmisshandlung stark macht, mit dem Gerd-Unterberg-Preis.

Anlässlich des zehnten Todestages des bekannten Duisburger Staatsanwaltes Gerd Unterberg lobt Riskid zum ersten Mal einen Preis aus. „Gerd Unterberg war eine herausragende Persönlichkeit, die sich in besonderem Maße für den Schutz von Kindern eingesetzt hat“, sagt Heinz Sprenger, einer der Gründer von Riskid. So kämpfte Unterberg bereits früh dafür, dass Kinderklappen eingerichtet werden. Als sich die Fälle von Kindesmisshandlung häuften, setzte er sich mit Polizei und Kinderärzten zusammen und überlegte, wie solche Fälle frühzeitig erkannt werden können.

Preisgeld geht an Patenkinder

Auf dieser Basis gründete sich 2007 der Verein Riskid und baute ein Informationssystem auf, mit dessen Hilfe Kinderärzte bei Verdacht auf Kindesmisshandlung erkennen können, ob ein Kind bereits von einem Kollegen behandelt wurde. „Ohne Gerd Unterbergs Hilfe wäre vieles nicht möglich gewesen, beispielsweise gab er grünes Licht für die Einsicht in Akten zur Aufarbeitung vergangener Fälle“, erinnert sich Heinz Sprenger. Mit dem Preis will Riskid sowohl Unterbergs Engagement würdigen, als auch das von besonderen Akteuren wie Manfred und Marina Karremann. „Die beiden wurden als Preisträger ausgewählt, weil sie den Finger in die Wunde legen“, so Sprenger, „jedoch ohne eine Geschichte ausschlachten zu wollen.“ Seit vielen Jahren arbeitet der Verein mit den Karremanns zusammen, zahlreiche Beiträge sind entstanden. Eine vertrauensvolle Beziehung sei entstanden. „Bei Riskid habe ich Gleichgesinnte gefunden“, sagt Manfred Karremann. Mit ihrer Arbeit wollen er und sein Frau „den Schwächsten eine Stimme verleihen“. „Als Mutter finde ich es furchtbar, was einige Kindern antun“, sagt Marina Karremann. Vor allem über die Zahl der Fälle sei sie geschockt. Das Preisgeld von 1000 Euro will das Ehepaar verwenden, um ihre Patenkinder in Bangladesch und Haiti zu unterstützen.

 
 

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