Rheinort contra Soziale Stadt

Hochfeld..  Wie entwickelt sich Hochfeld weiter? Gleich zweimal mussten sich die Mitglieder der Bezirskvertreter in ihrer gestrigen Sitzung mit dem Thema auseinandersetzen. Zum einen stellten Heiner Maschke von der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) und Stadtplaner Hendrik Trappmann das neue Integrierte Handlungskonzept für den Stadtteil vor, zum anderen debattierten die Politiker kontrovers über das neue Quartier „Rheinort.“

Ulrich Martel (AfD) ist mit den Vorschlägen, wie sie im Handlungskonzept formuliert sind, nicht einverstanden. „Ich bin schockiert über die Zahlen. Wie hilft ein Fassadenprogramm, die soziale Situation zu lösen? Das ist eine Kapitulationserklärung.“ Frank Albrecht (FDP) sagt: „Das sind Maßnahmen, die den baulichen Niedergang von Hochfeld vielleicht lindern können, aber ein Radweg ist nicht die vordringliche Maßnahme.“ Stadtplaner Trappmann beschwichtigte, dass es sich bei dem Programm der „Sozialen Stadt“ um Gelder der Städtebauförderung handelt. Mit den rund 29 Millionen Euro sollen Verbesserungen im Wohnumfeld erzielt werden. Teilweise könnte das Geld dafür eingesetzt werden, Schrottimmobilien entweder zu verschönern oder abzureißen. Heiner Maschke betonte, dass die Teilnahme am Programm Soziale Stadt überhaupt die Türen öffnet, um sich für weitere Fördergelder für soziale Projekte zu bewerben. „In der Vergangenheit sind viele Gelder geflossen, die die Träger in Projekte mit Zuwanderern gesteckt haben.“ Zudem ermögliche die weitere Förderung der EG DU, das Stadtteil-Büro weiter zu betreiben.

Positiven Einfluss auf Hochfeld soll das Quartier „Rheinort“ nehmen, wobei sich die Bezirkspolitiker an dem Namen stören. „Aus Prestigegründen“, so heißt es in der Vorlage, sei die „Hochfeldallee“ aus dem Namen verschwunden und stattdessen „Rheinort“ gewählt worden. „Das hat einen bitteren Beigeschmack“, findet Andrea Demming-Rosenberg (SPD). Die Grünen mahnen an, dass bei der Bebauung auf hochwertige, kreative Architektur geachtet werden solle. Der eine oder andere zweifelte gar an, dass sich teures Eigentum in dieser Nachbarschaft gut vermarkten lasse.

Trappmann glaubt indes an die Zukunft des Quartiers. Die Lage sei zwischen Innenstadt und Rhein ideal, Düsseldorf nicht weit und die Anbindung gut. „Rheinort“ wolle sich keinesfalls von Hochfeld abschotten. Stattdessen würden die Wege, die vom Stadtteil auf das Gelände zuführen, in das Wohngebiet integriert. „Rheinpark war als Name für die Siedlung schon besetzt. Und wenn man sich Projektnamen aus anderen Städten ansieht, weiß man, dass Planer immer die Fantasie spielen lassen.“ Es handele sich um erste Entwürfe, es werde Architekten-Wettbewerbe geben, um eine gelungene Mischung zu etablieren.

Am Montag, 22. Juni, wird im Rat der Stadt über das neue Projekt, das Duisburg an den Rhein bringen soll, beraten.

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