Rettung kultureller Angebote in Duisburg bleibt unwahrscheinlich

Anne Horstmeier
Das Theaterprogramm für Kinder ist in Gefahr.
Das Theaterprogramm für Kinder ist in Gefahr.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Auch im Angesicht des Kahlschlags kann der Kulturausschuss keinen gemeinsamen Nenner finden. „Schaufensteranträge“, „billiger Populismus“, „Verdummdeubelung der Bürger“, „Totengräber der Kultur“: Vor allem CDU-Sprecher Frank Heidenreich heizte am Donnerstag mit solchen Worten die Auseinandersetzungen so an, dass die Positionen unversöhnlich blieben.

CDU und DWG bedauern zwar die Sparliste der Verwaltung und den damit verbundenen Verlust an kulturellen Angeboten („Kultur ist ein hohes Gut, das beschützt und bewahrt werden muss“), nehmen die Streichungen aber hin. Die Vorgaben würden nun einmal von der Regierungspräsidentin gemacht. Und die Stadt könne nur in gemeinsamer Absprache klären, wohin sie wolle. „Wir müssen Verantwortung übernehmen und eine Finanzkommission gründen“, so Stephan Krebs (DWG).

Die Kulturverwaltung hat da ganz andere Probleme. Ute Saalmann, Leiterin der Kulturbetriebe, nannte als Beispiel für die Dramatik der Lage die Mittelkürzungen für das Kinder- und Jugendtheaterprogramm im „Spielkorb“: „Wenn wir heute kein Votum bekommen, schläft der Spielkorb nach 30 Jahren ein.“

Sie bekam das Votum nicht nur für den Spielkorb – wie berichtet, wäre in diesem Fall nahezu die Hälfte der geplanten Einsparung von 236 000 Euro ohnehin nicht realisierbar – sondern auch für die außerdem bedrohten Gruppen und Einrichtungen. SPD, Grüne, Linke und die FDP stimmten dafür, den „Spielkorb“ weiterzuführen sowie die kompletten Zuschüsse auszuzahlen für das Reibekuchen-Theater (50 000 Euro), den Kulturbunker Bruckhausen (30 850), die Cubus-Kunsthalle (15 000 Euro), das Kultur- und Freizeitzentrum Ratskeller Hamborn (20 000), das Kultur- und Stadthistorische Museum (Ausstellungsetat 60 000 Euro) und das Binnenschifffahrtsmuseum (10 000 Euro).

Dass der Kämmerer diese Beträge überweist, ist allerdings unwahrscheinlich. Wiederholte Kulturdezernent Karl Janssen doch seinen Standardsatz: „Egal, wie Sie beschließen: Es wird umgesetzt.“

Eine absurde Situation, die am Donnerstag zu einer Unterbrechung der Sitzung führte. Hatte doch Doris Janicki (Grüne) vorgeschlagen, Einrichtungen wie das Filmforum sollten keine Miete mehr ans Immobilien-Management der Stadt zahlen – und dann „mal abwarten, was passiert“. Das wiederum fanden CDU und DWG bedenkenswert. „Natürlich ist das konzernweit eine Luftbuchung“, aber auf „idiotische Sparvorgaben“ könne man auch mal „idiotische Antworten“ geben“, so Krebs. Nach der Unterbrechung wurde ein Antrag der CDU, die Verwaltung möge prüfen, ob Einsparungen im Kulturbereich durch Mietminderung oder Übertragung von Immobilien möglich seien, von SPD, Grünen und Linken abgelehnt.