Respekt muss man verdienen, Mitleid gibt’s umsonst

Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) im Gespräch mit Schülern  der Grillo-Gesamtschule.
Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) im Gespräch mit Schülern der Grillo-Gesamtschule.
Foto: Jörg Schimmel
  • Im Robert-Bosch-Berufskolleg zeigten Bildungseinrichtungen ihre Projekte zur „Woche des Respekts“
  • Auch Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) informierte sich am Mittwoch in Marxloh
  • Respekt gibt bei Arbeitgebern als Schlüsselqualifikation, sagen Ausbilder

Duisburg..  Die „Woche des Respekts“, ausgerufen von der NRW-Landesregierung, ist in der Bildungslandschaft im Duisburger Norden auf große Resonanz gestoßen. Die Aula des Robert-Bosch-Berufskollegs in Marxloh war am Mittwoch Schauplatz eines Treffens von Schulen, Werkstätten, Bildungs- und Qualifizierungsträgern – zum Austausch der Ideen begrüßte Schulleiter Manfred Nicolaus neben dem Bundestagsabgeordneten Mahmut Özdemir und Bürgermeister Manfred Osenger auch Landtagspräsidentin Carina Gödecke (alle SPD).

Die Bedeutung von Respekt im Schulalltag? „Es kann nur funktionieren, wenn alle mitmachen“, sagt Schulleiter Nicolaus. Eine heterogene Schülerschaft mit vielen Nationalitäten und Kulturen hat nicht nur sein Kolleg, das zudem vier Integrationsklassen unterrichtet. „Läuft gut“, sagt Nicolaus, wichtig sei es, vorbereitet zu sein auf die Situationen, wenn der Respekt vergessen wird. „Wenn Bildungsziele nicht mehr erreichbar sind, entlädt sich oft Frust.“ Acht Lehrer am RBBK sind zertifizierte Konfliktmanager. „Die Zahl der disziplinarischen Maßnahmen ist signifikant zurückgegangen“, sagt Nicolaus.

Marxloher Gesamtschüler planen eine Eisdiele

Umgang miteinander braucht Kommunikation und die wiederum Treffpunkte – darum geht’s in einem Projekt der Grillo-Gesamtschüler. Sprachunterricht für Flüchtlingskinder planen sie, Maßnahmen zur Imagepflege für Marxloh und auch eine Eisdiele. „Das Ziel ist, am Ende einen dieser drei Pläne umzusetzen“, berichten Zehra und Almedina.

Respektvolle Behandlung dankt der Körper mit Gesundheit – Sport und Ernährung sind die Themen der Erziehungsklassen im Sophie-Scholl-Berufskolleg. Das Mitmachtheater für Kinder von drei bis sechs Jahren hat gerade am Wasserspielplatz in Wedau erfolgreiche Generalprobe gehabt. „Nach der Premiere in der Aula folgen weitere Auftritte“, berichten die Schülerinnen.

Schlüsselqualifikation für Arbeitgeber

„Woche des Respekts haben wir 52 Mal pro Jahr“, sagen Nehat Heller und Christoph Schaaf von der Werkkiste. Der Respekt vor Regeln, vor betrieblichen Hierarchien gilt als Schlüsselkompetenz, die vor Arbeitgebern für eine Ausbildung unbedingt vorausgesetzt wird. In der Jugendberufshilfe stehe Erziehung zur Zuverlässigkeit deshalb stets „ganz oben“. Dabei setzt die Werkkiste auch auf außergewöhnliche Maßnahmen wie ein Segeltörn auf dem Ijsselmeer.

„Mitleid gibt’s umsonst, Respekt muss man sich verdienen“, sagt Catharina Preuß von „Lebensräume“. Die Gesellschaft gibt Menschen mit Behinderung Beschäftigung und betreibt Wohnhäuser. „Zeigen, was Menschen leisten können“, sei eine gute Möglichkeit, Respekt zu erwerben, sagt Preuß. Deshalb startet bei der Drachenboot-Regatta ein inklusives Lebensräume-Boot.

Neuauflage schon im nächsten Jahr

Gegenseitiger Respekt hat vor allem an allen Einrichtungen der Bildung und Ausbildung eine große Bedeutung, gilt bei Arbeitgebern als Schlüssel-Qualifikation für erfolgreiche Ausbildung.

Die Veranstaltung soll deshalb im nächsten Jahr an anderer Stelle wiederholt werden, kündigt Manfred Nicolaus an.

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