Rekord-Sandburg in Duisburg trotzt Sturm und Hagel

Behutsam und mit viel Gefühl arbeiten die Sandschnitzer, auch Carver genannt, an der Gestaltung der Sandburg. Zuschauer zeigten sich besonders von den Details beeindruckt.
Behutsam und mit viel Gefühl arbeiten die Sandschnitzer, auch Carver genannt, an der Gestaltung der Sandburg. Zuschauer zeigten sich besonders von den Details beeindruckt.
Foto: Funke Foto Services
  • Riesen-Sandburg im Landschaftspark Nord nach dem Einsturz fast bereit für den Weltrekord
  • Der Turm ist jetzt etwas schmaler, trotzdem hielt das Kunstwerk einem Gewitter stand
  • 18 Sandschnitzer und acht Bauhelfer machen sich an den Feinschliff

Duisburg. Sturm und Hagel hat sie am Wochenende getrotzt. Nach dem Einsturz in der vergangenen Woche steht die Riesen-Sandburg im Landschaftspark jetzt äußerst stabil. Der Guinness-Weltrekord ist zum Greifen nah. Nur noch der untere Teil des Kunstwerks muss verfeinert werden. Der imposante obere Teil reckt sich makellos in den Duisburger Himmel. Am Freitag, 2. September, kommt der Guinness-Richter aus London. Dann soll er den neuen Rekord für Duisburg bestätigen. Noch hält Miami diesen mit 13.97 Metern.

Nach dem Schock wieder zuversichtlich

Simone Feier-Leist, die für Schauinsland-Reisen das Spektakel medial betreut, ist nach dem Einsturz-Schock wieder zuversichtlich. „Die Arbeiten laufen gut. Ich bin zuversichtlich und das Team auch“, sagt sie. Die Spitze der Burg, der Turm sozusagen, ist etwas schmaler geworden. Das ist allerdings kein optischer Nachteil. „Ich muss ehrlich sagen, dass mir die Sandburg jetzt im zweiten Anlauf sogar noch besser gefällt“, sagt Feier-Leist, die jeden Tag bei den Arbeiten zuschaut und mitfiebert.

Auch die zahlreichen Gäste, die um die Burg gehen und aus allen möglichen Winkeln Fotos schießen, sind begeistert. Alle unterhalten sich über das Werk, plaudern über die vielen kleinen eingebauten Feinheiten, zoomen mit den Fotoapparaten heran und drücken ab. Obwohl in den vergangenen Tagen vieles, gerade im oberen Bereich, neu gestaltet werden musste, ist die Sandburg künstlerisch ausgesprochen anspruchsvoll: Das sind verzierte Häuser mit kleinen Fenstern, Muscheln, ein Seepferdchen und ein Teil, der aussieht als sei er aus Stein. Aus dem beim Einsturz abgefallenem Sand hat man weitere Kunstwerke geformt, die ebenfalls echte Hingucker geworden sind. „Da die Spitze jetzt schmaler ist, konnten nicht alle an ihr arbeiten. Wer nichts zu tun hatte, tobte sich mit dem restlichen Sand aus“, erklärt Feier-Leist.

Nur ein Sturm könnte zum Einsturz führen

Auch wenn der „Turm“ nicht mehr so breit ist, ist er stabil. Chef-Sandburg-Bauer Benno Lindel erklärt, dass nur ein wirklich schwerer Sturm für einen Einsturz sorgen könnte. „Ich bin optimistisch und halte das für unwahrscheinlich“, sagt er. „Als es jetzt am Wochenende gewitterte gab es einige kleinere Einschläge in der Sandburg“, erklärt er. „Da ist hier und da mal etwas Sand abgerieselt. Wir konnten aber nachbessern. Gefährdet war die Burg nicht.“

Jetzt befindet sich das internationale Team der 18 Sandburgen-Bauer und acht Bauhelfer im Endspurt: Der untere Bereich muss noch fertig modelliert werden. Gleichzeitig wird die Burg immer wieder mit einer speziellen Eiweißmixtur eingesprüht, damit sie fest bleibt. Die Rekordhöhe scheint erreicht: „Wir sind drüber, aber den genauen Wert hören wir vom offiziellen Richter“, gibt sich Lindel optimistisch.

 
 

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