Realschule setzt Zeichen gegen Rassismus

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„Wir sind alle ein Teil von Duisburg. Wir sind alle gemeinsam gegen Rassismuss“. Gemeinsam mit den Zweitliga-Fußballerinnen des MSV, mit Pfarrer Austen P. Brandt aus Walsum und Ibrahim Sagirlarli sagten Neunt- und Zehntklässler der Realschule Fahrn diese Sätze am Dienstagabend in der Schauinsland-Reisen-Arena für einen Film auf der Schul-Homepage in die Kameras. Nicht nur auf Deutsch, sondern in den Muttersprachen von allen Anwesenden.

Die Anderen kennenlernen

Als Abschluss ihres Antirassismus-Projekts setzten Schüler und Sportlerinnen so ein Zeichen für Weltoffenheit und Integration der unterschiedlichen Nationalitäten, Kulturen und Religionen, die an der Schule wie bei den „Zebras“ gleichermaßen gelebt wird. „Der MSV ist damit Vorbild für viele junge Menschen“, sagte Nicole Rosien. Die Duisburger Anwältin (im Bild: unten links) war eigentlich vom Landgericht der Schule für den Rechtskunde-Unterricht zugeteilt, fand aber dort in der Diskussion mit den Schülern über religiösen Extremismus zum Projekt, das unter Leitung der Lehrer Nina Kreckel und Jörg Driesen seit einem Jahr läuft. „Vorurteile baut man am ehesten ab, wenn man die Anderen und ihr Leben kennen lernt“, sagt Driesen. Mit den Jugendlichen hat er deshalb nicht nur Merkez-Moschee und Synagoge besucht, sondern auch die Salvatorkirche, einst ein katholisches, heute ein protestantisches Gotteshaus. Lerneffekt für die Schüler: Die Unterschiede zwischen den drei monotheistischen Religionen sind geringer als vielfach vermutet.

An der Fahrner Realschule gibt es, von kleineren Streitereien abgesehen, ein Zusammenleben ohne Konflikte. „Alle kommen super miteinander aus“, findet Nicole Rosien. Neben deutschen Schülern gibt es Jugendliche mit türkischen, russischen und bosnischen Wurzeln. Kaum weniger international geht’s bei den MSV-Damen zu: Danica Wu aus Kanada, Laura Luís aus Portugal, Lee Falcon aus Israel und Petra Mittler aus Österreich stehen im Team. So verging einige Zeit, bis die Sätze in allen vertretenen Sprachen „im Kasten“ waren.

Mit Bülent Aksen, einst OSC-Handballtorwart, MSV- und Füchse-Sprecher, sangen alle das Duisburg-Lied. „Wir wollen zeigen, dass diese Stadt mehr ist als die negativen Schlagzeilen, von denen es zu viele gegeben hat“, so Rosien.

 
 

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