Ray Wilson begeistert bei seinem Auftritt in Duisburg

Ray Wilson (r.) und seine Band spielten am Freitagabend beim Stadtfest in der Duisburger Innenstadt. Das zweieinviertelstündige Konzert begeisterte die Besucher vor allem im hinteren Teil
Ray Wilson (r.) und seine Band spielten am Freitagabend beim Stadtfest in der Duisburger Innenstadt. Das zweieinviertelstündige Konzert begeisterte die Besucher vor allem im hinteren Teil
Foto: FUNKE Foto Services
Bei seinem Stadtfest-Auftritt gab Ray Wilson als letzte Zugabe den Dylan-Klassiker „Knockin’ on Heaven’s Door“ – die ganze Königstraße sang mit.

Duisburg.. Hardrockerin Doro zog am Donnerstag zum Auftakt des 4. Füchse-Stadtfestes mit Abstand die meisten Besucher an: Fast 5000 Fans drängten sich vor der großen Bühne am City-Palais. Nicht viel weniger werden es am Samstag beim Auftritt des Schlagersängers Jörg Bausch gewesen sein. Und auch Ray Wilson als dritter Top-Act der großen Innenstadt-Party begeisterte – wieder einmal. Denn der charismatische, mit einer markanten Reibeisenstimme ausgestattete Schotte und seine Band gehören inzwischen ja fast schon zum Stadtfest-Inventar.

Freitagabend, 19.30 Uhr. Auf die Minute pünktlich tritt Ray Wilson auf die Bühne. Begleitet wird er diesmal von einer siebenköpfigen Band. Anders als bei seinem Auftritt im Vorjahr, wo er begleitet von Streichern und Violinen ein denkwürdiges „Unplugged“-Konzert hingelegt hatte, setzt Wilson diesmal wieder auf die volle Rock-Dröhnung. Der frühere Genesis-Sänger – er beerbte dort den ausgestiegenen Frontmann Phil Collins – trägt ein graues T-Shirt mit der britischen Flagge auf der Brust. „Das soll kein Statement sein. Ich bin sehr europäisch eingestellt“, erklärt der Bartträger zwischen zwei Liedern.

Genesis-Hits und eigene Songs

Und bei der Songauswahl setzt Wilson auf die gewohnte Mischung aus eigenen Stücken und den großen Genesis-Hits. Bei „That’s All“ tanzen die ersten Zuschauer vor der Bühne mit, es folgen „Another Day In Paradise“, „Land Of Confusion“ oder „No Son Of Mine“ – Songs, bei dem die vielen ergrauten Genesis-Fans Textsicherheit unter Beweis stellen und lautstark mitsingen. Insgesamt ist das Publikum in dieser Anfangsphase aber noch etwas träge. Das mag an den fiebrigen Abendtemperaturen liegen. Jedes noch so kleine Lüftchen, das da über die Köpfe der Masse hinweg weht, wird dankbar aufgeschnappt.

Auch Wilson steht der Schweiß auf der Stirn. Die Hauptbühne ist so platziert, dass er und seine Mitstreiter in die pralle Abendsonne blicken müssen. „Vergangene Woche haben wir in Calw bei 37 Grad gespielt“, erzählt Wilson. „Von dort ging’s direkt nach Norwegen, da waren es dann nur noch elf Grad.“ Die norwegischen Fans hätten ihn in punkto Trinkfreudigkeit tief beeindruckt. „Wir Schotten können ja bekanntlich viel vertragen, aber die Norweger verpacken am meisten“, erzählt der Sänger und lacht.

Dann steht wieder die Musik im Mittelpunkt. In einem akustischen Teil wagt Wilson mit dem Song „Easier That Way“ Kritik am Kapitalismus, ehe mit „Follow You, Follow Me“ einer der größten Genesis-Hits den Funken komplett überspringen lässt. Bei „Solsbury Hill“, das in Peter Gabriel ein weiterer früherer Genesis-Sänger verfasst hat, geraten selbst hart gesottene Tanzmuffel in Bewegung. Und ganz heiß ums Herz wird den Hardcore-Fans von Genesis, als mit „The Carpet Crawlers“ der früheste Klassiker angestimmt wird.

Umjubelter Zugabeteil

Letztes Lied vor dem Zugabeteil: „Inside“ – der größte eigene Hit von Ray Wilson, den er mit seiner damaligen Band Stiltskin hatte. Nach zwei Stunden ist aber immer noch nicht genug: Die erste Zugabe ist der Genesis-Hammer „Mama“, ehe dann der emotionale Höhepunkt des Abends folgt: „Knockin’ On Heaven’s Door“ von Bob Dylan. Plötzlich singt die ganze Königstraße mit. Und in der warmen Nachtluft öffnet sich nach 135 grandiosen Konzertminuten die magische Himmelspforte über Duisburg.

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