Rausschmiss der beiden Vorstände geht für die Duisburger Gebag ins Geld

Die Gebag hat ihre beiden Geschäftsführer Marianne Wolf-Kröger und Dietmar Cremer gechasst.
Die Gebag hat ihre beiden Geschäftsführer Marianne Wolf-Kröger und Dietmar Cremer gechasst.
Foto: WAZ FotoPool
Das städtische Immobilienunternehmen hat den gechassten Vorstand Dietmar Cremer mit einer Abfindung von 95.000 Euro in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Mit seiner Kollegin Wolf-Kröger muss die Gebag hingegen weiter verhandeln. Sie hat noch einen Vertrag bis 2014.

Duisburg. Mit einer Abfindung von 95.000 Euro ist der Gebag-Vorstand Dietmar Cremer in den vorzeitigen Ruhestand geschickt worden. Zunächst hatte sogar eine Summe von 458.000 Euro die Runde gemacht, war von einem „goldenen Handschlag“ unter Genossen die Rede.

Mit dem vorzeitigen Ruhestand des Ex-Chefs hat die Gebag den von der Politik beschlossenen Rauswurf des Gebag-Duos, das für das Küppersmühle-Desaster verantwortlich gemacht wird, zur Hälfte geregelt. Mit der fristlos entlassenen Marianne Wolf-Kröger wird noch verhandelt.

Durch den bekannt gewordenen Aufhebungsvertrag mit Cremer, der 14 Monate vor seiner Pensionierung in den Ruhestand geschickt wird, bestätigt sich zugleich die Information, dass der Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft wohl zu den Spitzenverdienern der Duisburger Managerzunft gehörte. Danach entlohnte ihn die Gebag mit einem Jahresgehalt deutlich über 360.000 Euro.

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Gebag-Chefin hat "gute Arbeit geleistet"

Einschließlich weiterer Zahlungen hätte Cremer bis zum Ausscheiden im Februar 2013 Anspruch auf über 450 000 Euro gehabt. Abzüglich der Rentenansprüche von über 280.000 Euro würde dem Ex-Gebag-Chef ein so genannter Differenzschaden von 170.000 Euro durch sein vorzeitiges Ausscheiden entstehen. Wie bei Vertragsaufhebungen in solchen Fällen gängig, einigten sich Gebag und Cremer fast auf die „goldene Mitte“ als Abfindung, eben 95.000 Euro.

Mit Wolf-Kröger muss die Gebag weiter verhandeln. Sie hat noch einen Vertrag bis 2014. Als Verhandlungs- und Forderungssumme, hieß es jüngst, stünden 1,1 Mio. Euro im Raum, andere Quellen sprechen von einer höheren sechsstelligen Summe. Wiederholt hatte die geschasste Gebag-Chefin Vorwürfe wegen der Küppersmühle zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass die Gebag-Verträge zum Küppersmühle-Erweiterungsbau mit den Sponsoren, deren Risiken zu Lasten der städtischen Wohnungsbautochter gingen, vor ihrer Zeit eingegangen worden waren. Sie habe gute Arbeit geleistet, hatte Wolf-Kröger immer wieder betont. Aus Banken- und aus SPD-Kreisen hatte es dagegen harte Kritik an der ehemaligen Verdi-Gewerkschaftssekretärin gegeben.

Wie berichtet, prüft unterdessen die Stadt nach einmütigem Ratsbeschluss, ob und in welchem rechtlichen Rahmen gegenüber der alten Gebag-Spitze Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können.

 
 

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