Rätselhafte Vermisstenfälle in NRW - von diesen Kindern fehlt seit Jahren jede Spur

Die Polizei sucht in einem Waldstück in Brandenburg nach der vermissten Rebecca. Auch in NRW fehlt von einigen Jugendlichen jede Spur.
Die Polizei sucht in einem Waldstück in Brandenburg nach der vermissten Rebecca. Auch in NRW fehlt von einigen Jugendlichen jede Spur.
Foto: dpa

Duisburg/Remscheid. Der Fall Rebecca bewegt derzeit ganz Deutschland. Seit fast drei Wochen fehlt von der 15-Jährigen in Berlin jede Spur.

Täglich verschwinden in Deutschland 200 bis 300 Menschen. Vor allem wenn Kinder und Jugendliche verschwinden, ist die Betroffenheit bei vielen Menschen groß. Während viele nach kurzer Zeit wieder auftauchen, fehlt von einigen auch nach Jahren noch jede Spur.

Fall Rebecca: Diese Vermisstenfälle bewegen NRW

Aktuell fragt sich die ganze Republik, was mit Rebecca aus Berlin passiert ist. Am 18. Februar war das Mädchen aus dem Haus ihrer Schwester verschwunden. Polizei und Staatsanwaltschaft haben den Schwager von Rebecca im Verdacht, das Mädchen getötet zu haben. Er sitzt in U-Haft und schweigt.

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12.700 Vermisstenfälle waren zum 1. Januar 2019 vom Bundeskriminalamt in der Datei mit dem merkwürdigen Namen „Vermi/Utot“ gespeichert. Darin enthalten seien sowohl Fälle, die nach wenigen Tagen aufgeklärt wurden, als auch Vermisste, die bis zu 30 Jahre verschwunden sind.

In der Regel erledigen sich etwa 50 Prozent der Fälle innerhalb der ersten Woche. Nur drei Prozent der Vermissten sind länger als ein Jahr verschwunden, so das BKA.

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Zwei davon sind Leonie G. aus Remscheid und Marvin K. aus Duisburg.

Wie bei Rebecca zeigt auch das Vermisstenfoto von Leonie G. eine hübsche, geschminkte 15-Jährige. Das Mädchen aus dem bergischen Remscheid ist seit zweieinhalb Jahren verschwunden. Sie wurde in schwierige Familienverhältnisse hineingeboren, wuchs in Pflegefamilien auf. Erst kurz vor ihrem Verschwinden durfte sie bei ihrer Mutter wohnen.

Mutter mit emotionalem Appell

Am 22. Juli 2016 wurde sie das letzte Mal gesehen. Damals verabschiedete sie sich von einer Freundin. Erzählte ihr, dass sie einen neuen Freund habe, der 35 Jahre alt gewesen sein. Wenig später sei sie in ein schwarzes Auto gestiegen und mit zwei Männern davongefahren. In der ZDF-Sendung richtete sich auch Leonies Mutter mit einem emotionalen Brief an Leonie. (hier mehr dazu)

Polizeihauptkommissar Stefan Weiand betreute den Fall damals und trat auch in der Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ auf. Er vermutet, dass das Mädchen sich in einer Art Prostitution befinden könnte. „Wir hoffen, wir glauben, dass Leonie noch lebt und irgendwo untergetaucht ist. Am besten wäre es natürlich, wenn sie irgendwo wohlbehalten wieder aufgefunden werden könnte und eben kein Verbrechen passiert ist. Das können wir aber nach wie vor nicht ausschließen“, so der Ermittler im WDR.

Auch Leonies Tante Melanie hat die Suche nicht aufgegeben. „Es sind schon fast 3 Jahre. Du fehlst mir, ich mache mir jeden Tag sorgen um dich und frage mich wo du bist. BITTE komm zurück nach Hause. Ich liebe und vermisse dich“, schreibt sie auf Facebook.

Auch Marvin aus Duisburg verschwunden

Auch von Marvin K. aus Duisburg fehlt eineinhalb Jahren nach seinem Verschwinden jede Spur. Der Junge war zuletzt am 11. Juni 2017 an einem Kiosk in Oer-Erkenschwick gesehen worden. Dort lebte er in einer Jugendhilfe-Erinrichtung. „Marvin ist einfach wie vom Erdboden verschluckt“, erzählte seine Mutter Manuela gegenüber DER WESTEN. „Alle Hinweise, die eingegangen sind, waren nicht verwertbar.“ Zuletzt hatte ihr ein Bild eines Teenagers, der Marvin ähnlich sah, neue Hoffnung gegeben. Mittlerweile haben sich dessen Eltern gemeldet. Es ist nicht Marvin.

Mama Manuela hatte sich sogar an einen Hellseher gewandt. Der hatte der Mutter eine genaue Stelle genannt, wo der tote Marvin vergraben sein solle. Doch eine Großsuche der Polizei fand keine Hinweise auf Marvin.

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Wann gilt eine Person aus Polizeisicht als vermisst?

Die meisten verschwundenen Kinder sind männlich. Der Verbleib von Kindern und Jugendlichen wird in der Regel zu mehr als 95 Prozent geklärt. Meist ohne Verbrechen. „Für ihr Verschwinden gibt es die unterschiedlichsten Gründe. Probleme in der Schule. Probleme mit den Eltern. Liebeskummer.“

Doch wann sucht die Polizei? Wenn eine Person aus unerklärlichen Gründen von ihrem gewohnten Aufenthaltsort fern bleibt, wird sie in der Regel von Angehörigen oder Bekannten bei der Polizei als vermisst gemeldet.

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Die Polizei leitet eine Vermissten-Fahndung ein, wenn eine Person ihren gewohnten Lebenskreis verlassen hat, ihr derzeitiger Aufenthalt unbekannt ist und eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen werden kann. Minderjährige gelten bereits als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben und ihr Aufenthalt nicht bekannt ist.

 
 

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