Radfahrer sorgen für Probleme auf Duisburger Friedhof

Gabriele Beautemps
Die Allee auf dem städtischen Friedhof Buchholz ist bei  Radfahrern sehr beliebt. In der städtischen Friedhofssatzung heißt es ausdrücklich: „Jeder hat sich auf den Friedhöfen der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten“.
Die Allee auf dem städtischen Friedhof Buchholz ist bei Radfahrern sehr beliebt. In der städtischen Friedhofssatzung heißt es ausdrücklich: „Jeder hat sich auf den Friedhöfen der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten“.
Foto: WAZ FotoPool
Das Fahrradfahrverbot auf Duisburger Friedhöfen ist seit dem Dezember 2011 aufgehoben - zum Unmut der Friedhofsbesucher. "Rücksichtslose Radrowdys" sollen über den Friedhof heizen und diesen als Rennstrecke nutzen. Aber auch Radfahrer mit ihren Einkäufen sorgen für Unmut auf dem Bucholzer Friedhof.

Duisburg. Harald Laps richtete noch die Kerzen auf dem Grab seines Vaters auf dem Buchholzer Friedhof, seine Mutter (83) bewegte sich unterdessen langsam in Richtung Trauerhalle. Dabei wurde die alte Dame fast von einem Radler überfahren.

„Der kam aus einem Seitenweg herausgeschossen. Meine Mutter hat sich so erschreckt, dass sie beinahe gestürzt wäre“, erzählt der Sohn. „Noch nicht einmal auf dem Friedhof kann man sich sicher fühlen“. Er plädiert dafür, dass Radfahren auf Duisburger Friedhöfen wieder verboten und eine Gefährdung der Fußgänger durch Radler konsequenter bestraft wird.

Radfahrverbot Ende 2011 aufgehoben

Ein Radfahr-Verbot galt bis zur Überarbeitung der Friedhofssatzung im Dezember 2011. Neuerdings ist das Verbot auf sogenannte Sportgeräte beschränkt. Dazu zählen Roller, Inliner, Skateboards, aber keine Fahrräder. „Wir haben das Verbot gelockert, weil wir den Leuten die weiten Wege über den Friedhof erleichtern wollten“, erklärt Volker Lange von den Wirtschaftsbetrieben, die für den Unterhalt der städtischen Friedhöfe zuständig sind.

Gerade die Hauptachse, die Platanenallee vom Haupteingang an der Sittardsberger Allee bis zum Eingang Zimmerstraße, wird von Radlern gerne genutzt. Der gepflasterte Weg ist breit und gut einsehbar. Gestern Vormittag, als wir uns auf dem Friedhof umschauten, kamen sich Fußgänger und Radfahrer dort nicht in die Quere.

Harald Laps spricht allerdings von rücksichtslosen Radrowdys, die den Friedhof als Abkürzung missbrauchten, um möglichst schnell zur Zimmerstraße zu gelangen. Laps hat errechnet, dass die Radfahrer gegenüber der Variante über die Sittardsberger Allee damit 24 Meter sparen. „Einige Jugendliche machen daraus eine Rennstrecke“, sagt er. Und an Markttagen sei man vor Radlern mit vollgepackten Taschen am Lenker nicht sicher. „Manche haben ihr Rad nicht unter Kontrolle“.

Als Rollstuhlfahrer im Nachteil

Wenn er die Radler anspreche, ernte er dumme Kommentare. Als Fußgänger sieht sich der schwer behinderte Mann gegenüber rücksichtslosen Radfahrern im Nachteil. „Ich habe keine Chance, mich zu wehren. Bevor ich den Radler nach seinen Personalien fragen kann, fährt der mir davon“. So geschehen beim Beinahe-Unfall seiner Mutter am 3. November.

Vorbildlich verhält sich die ältere Dame, die wir gestern auf der Friedhofsallee antrafen. Sie schob ihr Rad, weil einige Trauernde auf dem Weg zur Beerdigung unterwegs waren. „Das ist doch selbstverständlich, dass man aufeinander Rücksicht nimmt, gerade an einem solchen Ort“. Schließlich heißt es in der Friedhofsatzung nach wie vor: „Jeder hat sich auf den Friedhöfen der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten“.