Prozess um verprügelten Duisburger Kommunalpolitiker endet mit Haftstrafen

Der Linken-Politiker war im September 2011 von drei Männern angegriffen worden. Sie wurden am Freitag vor Gericht zu Haftstrafen verurteilt.
Der Linken-Politiker war im September 2011 von drei Männern angegriffen worden. Sie wurden am Freitag vor Gericht zu Haftstrafen verurteilt.
Foto: WAZ Jürgen Metzendorf
Am 24. September 2011 schlugen drei Männer den Kommunalpolitiker Mirze Edis in Hüttenheim zusammen und verletzten ihn schwer. Obwohl das Motiv für den Streit zwischen den Männern im Dunkeln blieb, wurden die Angreifer nun zu Haftstrafen von 24 beziehungsweise 26 Monaten verurteilt.

Duisburg. Mit deutlichen Urteilen endete am Freitag der Prozess gegen drei türkischstämmige 24 bis 35 Jahre alte Männer wegen gefährlicher Körperverletzung. Weil sie nach Ansicht des Amtsgerichts am 24. September 2011 in Hüttenheim den Kommunalpolitiker Mirze Edis zusammenschlugen und schwer verletzten, müssen sie für 24 bis 26 Monate ins Gefängnis.

Unmittelbar vor der Tat waren die Angeklagten und der 41-jährige Edis – Mitglied der Bezirksvertretung Süd für die Linken und Betriebsrat der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann – auf einer Straße zunächst verbal aneinander geraten. Als man sich dann in einer Teestube wieder begegnete, warf Edis ein Glas, das zwar niemanden traf, aber als Signal für eine Schlägerei wirkte.

Zuschauer stritten auf dem Gerichtsflur

Daran, so die Überzeugung des Schöffengerichts nach drei Verhandlungstagen, seien die ebenfalls bei HKM beschäftigten Angeklagten entgegen ihren Beteuerungen beteiligt gewesen. Die beiden älteren hätten Edis geschlagen und getreten, der jüngere Angeklagte habe dem Geschädigten einen Stuhl auf den Kopf geschlagen. Edis erlitt zahlreiche schwere Schädel- und Gesichtsknochenbrüche. Das Motiv für den Streit sei allerdings im Dunkel geblieben, so die Vorsitzende.

Dass der 41-Jährige die Namen der Täter zunächst verschwieg und erst später offenbarte, war für die Vorsitzende im Gegensatz zur Verteidigung kein Anzeichen für mangelnde Glaubwürdigkeit. Die Richterin stellte dieses Verhalten vielmehr in Zusammenhang mit der Mauer des Schweigens, auf die die Polizei unter den Zeugen in der Teestube gestoßen war: „Es gibt eben Kreise, in denen macht man solche Dinge lieber unter sich aus.“

Während des Prozesses gerieten sich auf dem Gerichtsflur Zuschauer in die Haare. Ein starkes Aufgebot an Justizwachtmeistern und Polizei sicherte daraufhin die Verhandlung.

 
 

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