Reichsbürger-Prozess in Dinslaken: Betrug und illegaler Waffenbesitz – so urteilt das Gericht gegen zwei Männer aus Gelsenkirchen und Hünxe

Die zwei Männer, die der Reichsbürgerbewegung angehörig sind, wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Die zwei Männer, die der Reichsbürgerbewegung angehörig sind, wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken/Duisburg. Großer Auflauf am Donnerstagmorgen im Amtsgericht Dinslaken.

Eine Schlange vor dem Gericht, an der Pforte müssen Besucher ihre Handys abgeben, ihre Ausweise werden kopiert.

Prozess gegen Reichsbürger in Dinslaken: Bewährungsstrafen gegen zwei Männer

Grund: Im Schöffensaal wurde der Prozess gegen drei sogenannte Reichsbürger verhandelt. Der Vorwurf gegen die Reichsbürger: schwerer Betrug und Verstoß gegen das Waffengesetz.

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Männer zeigen sich geständig

Vor Gericht zeigten sich der Hünxer (54) und der Gelsenkirchener (39) geständig. Der 39-jährige Hünxer wurde wegen Betrugs in besonders schwerem Fall und Verstoß gegen das Waffengesetz zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, der Mann aus Gelsenkirchen wegen gemeinschaftlichen Betrugs in besonders schwerem Fall zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung.

Eine ebenfalls angeklagte Frau war verhandlungsunfähig und erschien nicht bei Gericht. Der Fall der Frau aus Voerde (39) wird separat verhandelt.

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Darum sind die Reichsbürger gefährlich
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Schecks ans Finanzamt ausgestellt

Die verurteilten Männer waren Mitglieder im Verein Bio-energetisches Leben e.V. in Hünxe.

Für den Verein versuchten sie, Gelder zu generieren. Mithilfe einer Steuersoftware stellten sie Schecks her, die sie beim Finanzamt einreichten. Dabei soll es sich um eine Summe von über 60.000 Euro handeln. Das Geld wurde erst überwiesen, später vom Finanzamt wieder zurückgebucht. Dennoch sah das Finanzamt hier einen Steuerbetrug.

Waffenfunde bei Durchsuchung

Als im letzten Jahr das SEK die Wohnungen des verurteilten Hünxers durchsuchten, fanden sie selbst gebaute Schussapparate, Schwarzpulver und Munition - angeblich zum „Schutz gegen Ausländer“.

Im Zuge dessen wurden auch Wohnungen in Dinslaken, Voerde, Hünxe und Essen untersucht. Auch hier läuft ein Verfahren. (ms)

 
 

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