Projekt stiftet Bücher für Duisburger Flüchtlingskinder

Demet Kaygun, Derya Bayrak, Yilmaz Holtz-Ersahin, Jutta Heinze und Dr. Jan-Pieter Barbian.
Demet Kaygun, Derya Bayrak, Yilmaz Holtz-Ersahin, Jutta Heinze und Dr. Jan-Pieter Barbian.
Foto: FUNKE Foto Services
Das Projekt „Bonvena ido“ sammelt Geld, um mehrsprachige Literatur für Flüchtlingskinder anzuschaffen. Geschichten sollen bilden und auch Freude bereiten.

Duisburg.. Bücher sind treue Begleiter – in schwierigen Zeiten können ihre Geschichten Zuflucht bieten, Trost spenden oder ein Gefühl von Heimat stiften. Dort setzt das Projekt „Bonvena ido – Willkommen Kind“ an. Die Idee: Jedes Flüchtlingskind soll Bücher auf Deutsch und in seiner Muttersprache zur Verfügung gestellt bekommen.

Flüchtlinge in Duisburg Die Duisburger Architektin Jutta Heinze initiierte das Projekt und wandte sich damit an die Bibliotheksstiftung sowie den Duisburger Verein „Wegweiser e.V.“. Gemeinsam wollen die Akteure nun Spenden sammeln, um möglichst viele Kinder mit Literatur zu versorgen.

Viele verschiedene Sprachen

Rund 350 Flüchtlingskinder zwischen 0 und 12 Jahren haben derzeit ihre neue Heimat in Duisburg gefunden. „Viele von ihnen kommen aus gebildeten Familien“, wissen Derya Bayrak und Demet Kaygun vom Verein „Wegweiser“ mit Sitz in Mittelmeiderich, der Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebenslagen unterstützt. Die meisten der Familien konnten nur das Nötigste mit auf die Flucht nehmen – Bücher besitzt keiner mehr.

„Viele haben schreckliche Zeiten durchlebt, mit den Büchern können sie in ihre vertraute Sprache eintauchen und dabei gleich die neue lernen“, erklären die Beteiligten. „Die verschiedenen Bücher können Spaß, aber auch Kommunikation bringen“, weiß Ideengeberin Heinze. 500 Euro als Startkapital hat sie bereits gespendet, nun appelliert sie an die Duisburger, Geld für weitere Anschaffungen zu geben. Auf diese Weise soll das Projekt auch langfristig aufgestellt werden. Die Medien gehen dann an Derya Bayrak und Demet Kaygun, die die Bücher in die Einrichtungen zu den Kindern bringen.

Um Bestellung und Pflege der Literaturliste kümmert sich Yilmaz Holtz-Ersahin, Leiter der Internationalen Kinderbibliothek. Er hat Kontakt zu den Verlagen, die mehrsprachige Literatur anbieten – darunter Bücher in Arabisch, Kurdisch, Paschtu, Farsi oder Tigrinya, was in Eritrea gesprochen wird. „Wir haben Bilderbücher, Bild-Wörterbücher oder auch erzählende Literatur“, erklärt Holtz-Ersahin. Etwa „Die Raupe Nimmersatt“, „Der Regenbogenfisch“ oder „Elmar und die Farben“. All diese Bücher werden auch in den Bestand der Bibliothek aufgenommen – so dürfen auch gerne erwachsene Flüchtlinge einen Blick hinein werfen, betont Bibliotheksdirektor Jan-Pieter Barbian. Im Idealfall lesen Eltern mit ihren Kindern gemeinsam, so dass beide über ihre Muttersprache schnell ins Deutsche finden. Denn eine solche niederschwellige Sprachförderung ist gerade in der Anfangszeit besonders wichtig.

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