Projekt Privatgymnasium in Duisburg ist gestoppt

Das ehemalige Gebäude der Hauptschule an der Wiesbadener Straße bietet nicht genug Platz. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Das ehemalige Gebäude der Hauptschule an der Wiesbadener Straße bietet nicht genug Platz. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Rückschlag für das geplante Privatgymnasium in Meiderich: Die geplante Eröffnung für das in zwei Wochen beginnende Schuljahr ist vorerst verschoben. Das Gebäude sei nach Angaben der Bezirksregierung zu klein.

Duisburg.. Die geplante Eröffnung eines Privatgymnasiums an der Wiesbadener Straße in Meiderich für das in zwei Wochen beginnende Schuljahr 2011/12 ist vorerst verschoben. Der türkische Träger der neuen Schule, der Rhein-Ruhr-Bildungsverein, hat nach Angaben der Bezirksregierung Düsseldorf bisher nicht alle Bedingungen für eine Genehmigung erfüllt.

„Das Gebäude der ehemaligen Hauptschule in Meiderich, das für das Privatgymnasium genutzt soll, ist zu klein. Für die ersten Jahrgänge würde es zwar noch reichen, aber auf Dauer passt das nicht“, erklärte Jennifer Spitzner, Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf. Erst wenn der Träger adäquate Räumlichkeiten bieten könne, werde es eine Genehmigung geben.

Schulleiterkandidatin abgelehnt

Außerdem hat die obere Schulaufsichtsbehörde die bisherige Kandidatin des Rhein-Ruhr-Bildungsvereins für das Amt der Schulleiterin mangels genügender Qualifikationen abgelehnt. Kritiker des Projektes werden aufatmen: Denn besagter Verein soll der umstrittenen islamischen „Gülen-Bewegung“ nahe stehen. Benannt ist das weltweit agierende Netzwerk nach ihrem Vordenker Fethullah Gülen. Trotz mehrfacher Versuche konnten die Verantwortlichen des Vereins nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

Ausgehend von der Türkei, basiert die weltweit aktive Bewegung auf drei Säulen. Sie will den Demokratisierungsprozess dort vorantreiben, die Armut bekämpfen und vor allem eine vielschichtige, auf theologischer Grundlage basierende qualifizierte Bildung bieten. Gülen gründete zahlreiche wohltätige Organisationen in und außerhalb der Türkei. Sein Netzwerk ist in weiten Teilen der Welt mit Schulen, Medien, Elite-Universitäten oder humanitären Hilfsorganisationen vertreten.

"Islamistische Auffassung"

Kritiker werfen der Bewegung jedoch vor, die laizistische türkische Republik zu unterwandern und durch einen islamischen Staat ersetzen zu wollen. Auch in Deutschland hat die Bewegung Kritiker. So sagte der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban von der Evangelischen Fachhochschule in Berlin: „Die Bewegung ist unfassbar. Unter dem pseudo-modernistischen Lack steckt eine islamistische Auffassung.“

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