"Pro NRW" plant Kundgebung am "Problemhaus" in Duisburg

Das sogenannte „Problemhaus“ sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Unruhe in der Nachbarschaft in Duisburg-Bergheim. Trotz der Konflikte: Rechte Parteien wollen die Bürger dort nicht dulden.
Das sogenannte „Problemhaus“ sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Unruhe in der Nachbarschaft in Duisburg-Bergheim. Trotz der Konflikte: Rechte Parteien wollen die Bürger dort nicht dulden.
Foto: WAZ FotoPool
Eine Front des Widerstands macht sich in Duisburg-Bergheim breit. Denn dort hat die rechtspopulistische Partei "Pro NRW" zu einer Kundgebung am "Problemhaus", das von vielen Roma bewohnt wird, aufgerufen. "Wir werden darauf reagieren", verspricht Pfarrer Heiner Augustin. "Wir sind breit aufgestellt."

Duisburg. Die rechtspopulistische Partei „Pro NRW“ ruft zu einer Kundgebung am sogenannten „Problemhaus“ in Bergheim auf. Dort leben viele Roma aus Bulgarien und Rumänien. Die Anwohner organisieren den Widerstand gegen die Rechten. Unter dem Namen „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“ hat die Partei die Demonstration für Dienstag, 12. März, um 11 Uhr angemeldet. Sie ist Teil einer Kundgebungsreihe, die in der gesamten Region stattfindet.

Kaum war das Vorhaben bekannt geworden, formierte sich Widerstand im Stadtteil. „Wir werden darauf reagieren“, sagt Pfarrer Heiner Augustin. „Wir sind breit aufgestellt und es wird etwas dagegen passieren.“ Derzeit liefen noch Gespräche mit diversen Gruppierungen, aber „es besteht ein breites, bürgerliches Übereinkommen, dass keiner von uns Pro NRW oder die NPD hier haben will.“ Ob letztlich die Kundgebung samt der geplanten Gegenmaßnahmen vielleicht verboten werde, müsse sich erst noch zeigen.

Stimmungsmache gegen Ausländer

Auf zahlreichen Webseiten wird inzwischen ebenfalls zum Widerstand aufgerufen, zudem sind schon einzelne Aktionen geplant. So wollen etwa die beiden Vereine „Bürger für Bürger“ und „Wir gehen mit – Die Mitläufer“ gemeinsam mit den Bewohnern des Hochhauses (In den Peschen) ein Solidaritätsfrühstück veranstalten. Doch die Gegenaktionen, verspricht Pfarrer Augustin, werden definitiv über dieses Frühstück hinausgehen.

Bei der angemeldeten Kundgebung scheint es jedoch vielmehr um Stimmungsmache gegen Ausländer zu gehen, als um Protest gegen Asylmissbrauch. Die in Bergheim lebenden Roma sind nämlich keine Asylbewerber, sondern EU-Bürger. Bereits in der Vergangenheit hatte die rechtspopulistische Partei in der Nachbarschaft Flyer gegen „Zigeunerzuwanderung“ verteilt. Außerdem wurde damals von Unbekannten ein Hakenkreuz an das Gebäude geschmiert, woraufhin die Polizei ermittelte.

 
 

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