Primark will nach Duisburg kommen - Stadt verkauft Bibliothek

Im September 2014 wird die Duisburger Stadtbibliothek an der Düsseldorfer Straße ausziehen, dann will der Projektentwickler Multi Development einen Neubau errichten.  Dort soll dann auch die Textilkette Primark einziehen.
Im September 2014 wird die Duisburger Stadtbibliothek an der Düsseldorfer Straße ausziehen, dann will der Projektentwickler Multi Development einen Neubau errichten. Dort soll dann auch die Textilkette Primark einziehen.
Foto: WAZ
Billigklamotten sollen Büchern folgen: Der Stadtrat hat dem Verkauf der Bücherei an Multi Development am Dienstag zugestimmt. Ankermieter im Neubau – Konzept: „house of fashion“ – soll „Primark“ werden. Die Textilkette bietet extrem preiswerte Kleidung an.

Duisburg.. Die irische TextilkettePrimark steht offenbar davor, auch in Duisburg ein Geschäft zu eröffnen. Dazu hat die Stadt Duisburg nun ihre Bücherei verkauft. Zumindest das Grundstück und die äußere Hülle, das Gebäude der Zentralbibliothek an der Düsseldorfer Straße. Dienstagabend fiel im Stadtrat die Entscheidung hinter verschlossenen Türen: Käufer ist das Unternehmen Multi Development, der Kaufpreis soll mit rund 5,6 Millionen Euro knapp über dem Mindestgebot liegen.

Die Immobilie in zentraler Innenstadtlage wird im kommenden Jahr den Besitzer wechseln, wenn die Bibliothek mit der VHS ins neue Domizil zieht, dem „Stadtfenster“ an der Steinschen Gasse. Ob der Umzug tatsächlich wie geplant im September 2014 über die Bühne geht, das hat Multi Development selbst in der Hand: Das Unternehmen baut auch das Stadtfenster, wie mit dem Forum und der Königsgalerie schon zuvor zwei markante Gebäude in der Innenstadt.

Primark ist weiter auf Expansionskurs

Zu den konkreten Plänen auf dem Areal an der Düsseldorfer Straße hält sich der mit seiner Deutschland-Zentrale in Duisburg ansässige Projektentwickler noch zurück, am Dienstag wollte sich dort niemand zu den Details äußern. Der Immobilien-Deal ist indes keine Überraschung. Bereits vor Wochen wurde bekannt, dass die Firma bei dem Vergabeverfahren für das städtische Grundstück der einzige Bewerber war.

Multi Development will an dem Bibliothek-Standort ein „House of Fashion“ entstehen lassen, Ankermieter soll die irische Modekette „Primark“ werden. Der Textil-Billiganbieter mit europaweit über 250 Filialen ist weiter auf Expansionskurs und greift mit seinen Niedrigstpreisen Branchenriesen wie „H&M“ an.

2009 eröffnete die erste deutsche Filiale in Bremen, inzwischen sind es bundesweit zehn. In Düsseldorf hat die Kette kürzlich einen Mietvertrag über 8000qm unterschrieben, auch in Krefeld soll eine Filiale eröffnen.

Der Textildiscounter, der Damen-, Herren- und Kindermode sowie Wohnaccessoires verkauft, lockt junge Käufern wie das Licht die Fliegen: Am Freitag musste die Filiale in Essen wegen des großen Ansturms für mehrere Stunden schließen, vor dem Laden gab es lange Schlangen.

Stadt verspricht sich durch Primark Belebung bis zum Kaufhof

Die Kette gerät aktuell aber auch in die Schlagzeilen, weil sie die Klamotten in Billiglohnländern herstellen lässt. Bei dem Einsturz des illegal errichteten Fabrikgebäudes in Bangladesch waren auch Mitarbeiter eines Primark-Zulieferers unter den über 380 Todesopfern. Der Billigdiscounter will nach eigenen Angaben Verletzte und Hinterbliebene entschädigen, es werde ein „umfassendes Hilfspaket“ entwickelt.

Die Stadt verspricht sich von dem Vorhaben eine Belebung der Geschäftsstraße bis zur Galeria Kaufhof. Wie berichtet plant auch die benachbarte Volksbank zeitgleich einen Neubau ihres Bankhaus, bei der die Gestaltung beider Gebäude abgestimmt oder sogar beide Projekte aus der Hand von Multi Development entwickelt werden sollen.

 
 

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