Duisburg

Selbst Polizisten werden bedroht - interner Polizeibericht zeichnet schockierendes Bild von Duisburg-Marxloh

Foto: Fabian Strauch / Funke Foto Services
  • Zeitung zitiert aus internem Duisburger Polizeibericht
  • Kriminelle Clans zuletzt deutlich erstarkt
  • Sogar Polizisten werden von den Gangstern bedroht

Duisburg. Wie stark sind kriminelle Clans im Duisburger Stadtteil Marxloh wirklich? Eine interne Polizeiakte, die der Rheinischen Post vorliegt, gewährt teilweise schockierende Einblicke. Mittlerweile hat sich auch Duisburgs Polizeipräsidentin zu den Enthüllungen geäußert.

In dem Bericht geht es hauptsächlich um die Geschäfte von Familien, die aus dem heutigen Irak stammen, besser bekannt als libanesische Großfamilien.

Clans nutzen Rocker-Schwäche aus

Laut dem Bericht, aus dem die Rheinische Post zitiert, haben sie ihren Einfluss nach der Schwächung zahlreicher Rocker-Gruppen massiv ausgeweitet. Demnach bedrohen sie teilweise sogar Polizisten.

Der Polizeibericht spricht von einem Streifenpolizisten, der sich den Zorn eines Familienoberhaupts einhandelte, weil er „verkehrsrechtliche Maßnahmen“ gegen ihn traf. Zwischenzeitlich ließ der Mann demnach sogar die Dienststelle des Polizisten von drei Handlangern observieren.

Brutale Gewalt gegen Gegner

Vor den „normalen“ Streifenpolizisten hätten die Kriminellen deutlich weniger Respekt als vor Beamten der Hundertschaft. Letztere unterstützt seit etwa einem Jahr die Duisburger Polizei in Marxloh.

Der Polizeibericht schildert außerdem Fälle von brutaler Gewaltanwendung, um gegnerische Gruppen klein zu halten.

Kaum Hoffnung auf echte Besserung

„Der Rechtsanspruch des Staates auf Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wird in den Brennpunktvierteln als gefährdet angesehen“, zitiert die Rheinische Post den Bericht.

Trotz einiger positiver Entwicklungen hat die Polizei kaum Hoffnung auf eine nachhaltige Verbesserung: „Es ist für uns besonders schwierig, in dem Milieu Taten und Verwicklungen zu beweisen. Sehr viel läuft da hinter den Kulissen ab, von dem wir nichts mitbekommen.“

(fel)

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