Polizei sucht nach Schießerei in Duisburg noch immer drei flüchtige Täter

Zlatan AlihodzicThomas Richter

Duisburg. Schüsse zerreißen die nächtliche Stille auf der Beekstraße: Bei einer Schießerei in der Altstadt – nur wenige hundert Meter vom Rotlichtviertel entfernt – werden am Mittwoch gegen 23 Uhr zwei Männer verletzt. Sie erleiden jeweils eine Schusswunde am Bein und werden nach der Erstversorgung der Rettungsdienste vor Ort in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Bei den Tätern soll es sich laut Zeugenaussagen um eine vierköpfige Männer-Gruppe handeln, von denen zwei bewaffnet waren. Dieses Duo soll die Schüsse abgegeben haben. Ein Beteiligter aus dem gesuchten Quartett stellte sich der Polizei und wurde den ganzen Tag verhört. Ein zweiter Verdächtiger, den die Polizei noch in der Nacht dingfest gemacht hatte, konnte seine Unschuld beweisen und kam bereits am Mittwoch wieder auf freien Fuß. Nach den drei derzeit noch flüchtigen Tätern fahnden die Beamten weiterhin fieberhaft.

Konkrete Personenbeschreibungen hat die Polizei noch nicht

„Bei Opfern und Tätern handelt es sich ausnahmslos um Personen mit Migrationshintergrund“, erklärte Polizeisprecher Ramon van der Maat auf WAZ-Anfrage. Eines der Opfer (43 Jahre) sei mit seiner Beinverletzung am Tatort an der Beekstraße angetroffen worden. Die anderen beiden (39 und 43) wurden an der Shell-Tankstelle Musfeldstraße aufgegriffen – einer von ihnen ebenfalls verletzt durch einen Schuss ins Bein. Eine konkrete Personenbeschreibung der Täter liegt laut Polizei derzeit noch nicht vor. Sie sollen aber mit einem dunklen Pkw vom Tatort geflüchtet sein. Die Ermittlungen dauern an.

Einschusslöcher in einem Wagen

Polizei und Feuerwehr waren nach der Alarmierung um 22.54 Uhr mit einem Großaufgebot angerückt. Wegen der räumlichen Nähe des Tatortes zum „Bandidos“-Hauptquartier (das Restaurant „The Fat Mexican“) hatten zunächst nämlich nicht wenige befürchtet, dass es sich bei der Schießerei um ein weiteres Kapitel der Fehde zwischen den beiden Rockerbanden „Hells Angels“ und „Bandidos“ handeln könnte. „Nach dem bisherigen Ermittlungsstand können wir aber sicher ausschließen, dass diese Sache etwas mit den Rockerbanden oder mit der Mafia zu tun hat“, sagte Polizeisprecher van der Maat.

Ein Team der Spurensicherung fand am Tatort neben Blutspuren auch diverse Patronenhülsen. Wie viele Schüsse insgesamt abgegeben wurden, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen am Donnerstagnachmittag nicht verraten. Auch Polizeibeamte mit Spürhunden kamen zum Einsatz. Zudem sorgte die Feuerwehr mit einem Lichtmast-Fahrzeug für die nötige Unterstützung. An einem schwarzen Mercedes Vito, der auf den Namen eines der drei Opfer gemeldet ist, fanden die Ermittler schließlich noch zwei Einschusslöcher. Eine direkt eingesetzte Mordkommission nahm ihre Arbeit auf.

Die Frage nach dem möglichen Tatmotiv konnte Polizeisprecher van der Maat nicht beantworten. Die Befragung des Täters, der Opfer und weiterer Augenzeugen sei noch nicht abgeschlossen. Hinweise von Zeugen nimmt die Duisburger Polizei unter Telefon 0203/2800 entgegen.