Duisburg

Polizeigewerkschaftler prangert Zustand der Duisburger Polizeiwachen an: „Im ganzen Gebäude riecht es nach Fäkalien“

Nach einem Wasserschaden musste der Putz von den Wänden entfernt werden.
Nach einem Wasserschaden musste der Putz von den Wänden entfernt werden.
Foto: Polizei

Duisburg. Volker Schneider ist sauer: „Hier gibt es Feuchtigkeit, Schimmel, die Fußböden sind aufgeplatzt, wir haben Löcher im Boden.“

Schneider spricht in diesem Fall nicht von irgendwelchen Schrottimmobilien. Er spricht von Gebäuden, die als Rückzugsort für Staatsbedienstete dienen sollen. Er spricht von den Wachen der Duisburger Polizei.

Polizei Duisburg: Kreisvorsitzender zeichnet erschreckendes Bild

Schneider ist Kreisvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Duisburg und zeichnet ein erschreckendes Bild von den Wachen der Stadt.

„Das Polizeipräsidium ist in einem schrecklichen Zustand. In Hamborn und Homberg ist der Brandschutz grenzwertig. In Neudorf sind die Büros überbelegt, es ist kaum Platz. Wenn einer in Buchholz oder Meiderich auf Toilette geht, riecht es im ganzen Gebäude nach Fäkalien“, schildert er die Situation.

Durch die unhaltbaren Zustände sinke auch die Motivation der Beamten, so Schneider. Einige hätten sogar schon psychische Probleme bekommen.

Ein weiteres Problem sei, dass ein einfacher Umzug so schnell nicht möglich wäre. Einige Gebäude seien jedoch so marode, dass sich eine Sanierung gar nicht mehr lohne. Andere würden der Polizei nicht gehören, so dass Ausbesserungen schwierig zu meistern seien.

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Situation soll entschärft werden

Ein wenig anders sieht das Polizeisprecher Ramon van der Maat: „Wir wissen, dass es in den alten Liegenschaften Probleme gibt. Wir sind aber auch gerade dabei, die Situation durch entsprechende Neubauten zu entschärfen.“

So sei die Polizei auf der Suche nach Objekten – vor allem für ein neues Präsidium. „Wir warten nur noch auf die Mietkostenzusage, um einen Investor zu beauftragen“, so van der Maat.

Der Investor würde sich dann um die Errichtung des Gebäudes kümmern, die Polizei als Mieter einziehen. Ohne Mietkostenzusage ginge dies aber nicht.

Wasserschaden wird derzeit behoben

Ganz so dramatisch, wie Schneider die Situation schildert, sei sie aber nicht, so van der Maat. Als Beispiel nennt er hierbei den Wasserschaden im Präsidium an der Düsseldorfer Straße. Der sei nämlich durch ein Gewitter vor einigen Wochen entstanden. Um die Feuchtigkeit aus den Wänden zu bekommen, hätte man den Putz entfernen müssen. Zudem seien Luftentfeuchter aufgestellt worden.

Jedoch kann auch der Polizeisprecher nicht verhehlen, dass es auch Wachen gebe, die in wirklich keinem guten Zustand seien: „Es gibt Gebäude, keine Frage, da ist der Zustand nicht so toll. In Hamborn kann beispielsweise aus Denkmalschutzgründen außen am Gebäude keine Klimaanlage angebracht werden.“

Jedoch: „Alles was uns bekannt wird, wird sehr zügig abgestellt. Und falls wir das nicht selber können, weil wir nur der Mieter sind, wird das BLB (Bau- und Liegenschaftsbetrieb) sofort informiert.“

 
 

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