Politische Bildung in der Volkshochschule geht neue Wege

Wie viel direkte Demokratie braucht die Gesellschaft? Die erfolglosen Platanenretter auf der Mercatorstraße hätten sich wohl noch ein bisschen mehr gewünscht. Passend zur Situation rund um die Bahnhofsplatte bietet die Volkshochschule am 20. April eine Veranstaltung zu diesem Thema in Form eines Disputs an. Auch weitere neue Angebote stehen auf dem Programm.

„Brauchen wir mehr direkte Demokratie?“, fragt die VHS am 20. April um 20 Uhr in ihren Räumen an der Königstraße. Alexander Trennheuser und Dr. Martin Florack werden Antworten geben – sehr unterschiedliche. Trennheuser vom NRW-Landesverband von Mehr Demokratie e.V. plädiert für mehr direkte Demokratie. Florack ist Politikwissenschaftler an der Uni Duisburg-Essen und Verfechter der etablierten repräsentativen Demokratie. In einem Disput, der beiden die gleiche Redezeit einräumt, werden sie ihre Standpunkte erklären.

Ein neues Angebot geht der Fachbereich Politische Bildung auch in der Vermittlung von Inhalten. Das Internet hat auch die Bildungslandschaft verändert, und die Volkshochschulen greifen den Trend auf. Unter der Federführung der Einrichtungen in Hamburg und Bremen wird ab dem 28. Mai ein vierwöchiges Online-Seminar zum Thema „Mein digitales Ich“ angeboten, in dem es um die eigene Darstellung in sozialen Netzwerken geht. Das Online-Seminar wird begleitet von Präsenzveranstaltungen in der Volkshochschule.

Ein Webinar zum Thema „Big Data“ bietet die VHS am 10. Juni an, eine Woche darauf geht es um „Industrie 4.0“. Die Vorträge der Wissenschaftler werden von ihren Standorten aus über das Internet in die angeschlossenen Volkshochschulen übertragen. Hier können die Zuhörer untereinander diskutieren und ihre Fragen per Chat an die Referenten stellen. Diese Methode ermöglicht es den teilnehmenden Volkshochschulen, die Kosten für Vorträge zu senken.

Eine weitere Neuerung, die sich viele Duisburger seit langem wünschen, wird im Mai Filmvergnügen und politische Bildung verbinden: Jedes Jahr Anfang November zeigt die Duisburger Filmwoche etwa 25 Arbeiten mit meist politischem Inhalt. Wer die Filmwoche verpasst, schaut danach meist in die Röhre. Zwei hat nun die VHS ins Programm genommen, sie zeigt „Göttliche Lage“ über den Phoenix-See in Dortmund (13. Mai, 16 Uhr) sowie „Wem gehört die Stadt?“ (20. Mai).

EURE FAVORITEN