Politiker in Duisburg reden über die Perspektiven der Stadt

Fabienne Piepiora
Fit bleiben dank Sport: So werden die Duisburger gerne alt. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
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Politiker jeder Couleur haben einen Blick in die Zukunft Duisburgs geworfen. Sie wollen auf die Themen Bildung, Ausbildung und Arbeit setzen. Nur wenn den Menschen eine Perspektive geboten werde, könne man eine rückläufige Einwohnerzahl vermeiden.

Duisburg. Bei der Diskussion um den demografischen Wandel ist Weitblick gefragt. Die WAZ hat die Duisburger Politiker gebeten, in die Glaskugel zu schauen, wie sich die Stadt entwickeln wird. Noch wichtiger: Sie sollten benennen, wie sie den Wandel gestalten wollen. Eine Übersicht. „Das wird kein Umbruch, wenn statt 500 000 Menschen hier 470 000 Menschen wohnen“, prophezeit Frank Börner, planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Thomas Keuer von der Fraktion „Die Linke“ geht sogar davon aus, dass man es schaffen kann, mehr Menschen nach Duisburg zu ziehen. „Bildung, Ausbildung und Arbeit eröffnen Menschen Perspektiven, die im Ergebnis eine Familienplanung ermöglichen, so dass auf lange Sicht nicht weniger sondern mehr Duisburger in der Stadt wohnen.“

Neue Bildungschancen

Auf Bildungs-Chancen setzt ebenso die CDU: „Wir müssen weiterhin den Kindern und Jugendlichen eine breite, vielgliedrige und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Schullandschaft bieten. Die Universität spielt in dieser Hinsicht eine wesentliche Rolle und ist Anker der Duisburger Bildungs- und Wissenschaftslandschaft“, so Pressesprecher Christian Kleerbaum. Die Duisburger FDP will die Bildungslandschaft hingegen noch facettenreicher gestalten, damit Arbeitnehmer, die des Jobs wegen in die Stadt kommen, genügend Auswahl haben. Die Liberalen denken zum Beispiel an eine Internationale Bildungsstätte oder eine Waldorfschule. Ein weitere Aspekt, der Wachstum bringen soll: Wenn Häuser abgerissen werden, könnten in der Peripherie weitere Gewerbegebiete entstehen, die ideal an die Autobahn angeschlossen wären. „Ein gutes Beispiel dafür wäre Essenberg“, so Jörg Löbe von der FDP-Fraktion.

Freiräume schaffen

Der Abriss von Quartieren ist ein großes Thema, wie künftig die Stadt gestaltet werden könnte. Claudia Leiße, in der Fraktion der Bündnisgrünen zuständig für Stadtplanung und Verkehrspolitik, plädiert dafür, beim Rückbau Flächen frei zu lassen und mehr Grün zu schaffen, damit die Lebensqualität steigt. Auch die CDU betont: „Wandel schafft nicht nur Leer-Räume, sondern ebenso Frei-Räume für kreative Ideen.“ Eine solche Idee liefern wiederum die Grünen. Claudia Ließe schlägt vor, Spielplätze, die nicht mehr gebraucht werden, für alle Generationen nutzbar zu machen und zu ­Bewegungsparcours umzubauen. Thomas Keuer von den Linken gibt zu bedenken, dass die Stadt für junge Menschen und Frauen attraktiver werden muss. Die Duisburgerinnen sollen Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen können.

Die CDU verweist auf die gute Lage Duisburgs zwischen grünem Niederrhein und der „pulsierenden Metropole Ruhr und Düsseldorf.“ Frank Börner (SPD) macht sich nichts vor: „Die Preise der Grundstücke am Niederrhein werden wir nicht schlagen, aber gute Preise sowie kulturelles Leben und Sportangebote, das können wir.“