"Platzhirsch" - Ein neues Festival für Duisburg

Einer der großen Namen, die auf dem Flyer des „Platzhirsch“-Festivals stehen: Blixa Bargeld
Einer der großen Namen, die auf dem Flyer des „Platzhirsch“-Festivals stehen: Blixa Bargeld
Foto: dpa
Unter dem Namen "Platzhirsch" soll der Duisburger Dellplatz ein eigenes Festival bekommen. Die Initiatoren haben das Ziel, den Platz in der Duisburger Innenstadt zu beleben. Mitten im Dell-Viertel, das als eines der wenigen flirrenden in der Stadt gilt, liegt der große graue Platz wie totgeprügelt da.

Duisburg.. Es ist einer der großen Wünsche der freien Duisburger Kulturszene und seit Jahren wird gezetert: Der Dellplatz muss belebt werden! Mitten in dem Viertel, das als eines der wenigen flirrenden in der Stadt gilt, mit drei Restaurants und der kleinen Kneipenmeile nebendran, liegt der große graue Platz wie totgeprügelt da. Und dann sagte jemand: „Lass uns ein Festival machen.“ So soll es nun geschehen.

Tatsächlich ist das die Entstehungsgeschichte von „Platzhirsch“, so der Name des Projekts. Es war der Saxophonist André Meisner, der im kleinen Kreis die Sache ins Rollen brachte. „Ja, warum denn nicht?“, hätten sich die anderen gedacht, erzählt Thomas Amshove.

Die anderen sind, wie Amshove vom Goldengrün eben, Wirte, Cafébetreiber, Ladeninhaber gewesen. „Es kam aus dem Nichts und es wurde mit heißer Nadel gestrickt“, sagt Amshove. „Aber alle ziehen mit und haben Lust darauf, von der Trinkhalle am Dellplatz über den Plattenladen Onkel Stereo bis zur Espressobar Mimi e Rosa .“

"Duisburger Szene wird vertreten sein"

Nicht nur die Aufzählung der mehr als 20 Veranstaltungsorte, einige davon in der Innenstadt, klingt nach einer unkonventionellen Mischung. Da einige erfahrene Veranstaltungsmacher wie Tim Isfort, ehemaliger künstlerischer Leiter des „Traumzeit“-Festivals, oder Sascha Bertoncin vom Djäzz in den unterschiedlichsten Szenen nach Künstlern Ausschau gehalten haben, wird „Platzhirsch“ zu einem illustren wie anspruchsvollen Festival.

Da ist Schauspieler und Synchronsprecher Christian Brückner, Blixa Bargeld, Frontmann der Band Einstürzende Neubauten und langjähriger Gitarrist an der Seite von Nick Cave, auch Roland Heinrich, einer der wenigen ernstzunehmenden Country-Musiker dieses Landes, Schauspieler Hilmi Sözer, die Riesen-Band The Dorf, Multitalent Jacques Palminger – mehr als 30 Programmpunkte wird es an den drei Tagen geben.

„Es ist ein Querschnitt der Läden, die wir im Dellviertel haben“, erklärt Thomas Amshove. „Es wäre doch nicht sinnvoll, in diese Vielfalt nur ein Genre zu quetschen. Auch die Duisburger Szene wird vertreten sein.“

Ordnungsamt ist ein wichtiger Ansprechpartner

Dass die Organisatoren – versammelt im Windschatten des offiziellen Veranstalters Traumzeitretter e.V. – vor einer logistische Herausforderung stehen, sei ihnen bewusst. In vielen Läden gibt es keine technischen Voraussetzungen, außerdem soll eine Bühne auf dem Dellplatz gebaut werden.

„Die Veranstaltungsfirma Höhnerbach und als wichtiger Sponsor auch König Pilsener machen das möglich“, sagt Amshove. Auch die zentrale Stelle beim Ordnungsamt, die Veranstaltern in der Flut von Verordnungen helfen soll, sei ein wichtiger Ansprechpartner. Es klappt also doch, man muss es nur wollen.

 
 

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