Pläne für Mercatorstraße sind laut Stadt Duisburg alternativlos

Fabienne Piepiora
Die 32 Bäume sollen gefällt werden, da die Mercatorstraße ausgebaut werden soll.
Die 32 Bäume sollen gefällt werden, da die Mercatorstraße ausgebaut werden soll.
Foto: WAZ FotoPool
Rund 100 Bürger diskutieren mit Fachleuten über die Zukunft der Platanen auf der Mercatorstraße am Duisburger Hauptbahnhof. Die Fronten sind nach der Informationsveranstaltung verhärteter als vorher.

Duisburg. Was wird aus den Platanen an der Mercatorstraße? Diese Fragen stellen sich derzeit Hunderte Bürger. Einige von ihnen sind am Mittwochabend zu einer Informationsveranstaltung im „Kleinen Prinzen“ gekommen.

Nachdem die Stadt ihre Pläne zur Umgestaltung der Bahnhofsplatte und der Mercatorstraße vorgestellt hatte und von heftigen Bürgerprotesten überrascht wurde, hatte Oberbürgermeister Sören Link eine weitere öffentliche Erklärung versprochen. Die gab es nun. Stadtentwicklungs-Dezernent Carsten Tum, Umweltdezernent Ralf Krumpholz, Hendrik Trappmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Axel Brenner vom Planungsamt standen Rede und Antwort. Am Ende waren die Fronten zwischen Protestlern und Stadt allerdings verhärteter als vorher.

„Das ist kein Dialog. Warum sind wir eigentlich hier? Oberbürgermeister Sören Link hat uns doch mehr Transparenz versprochen“, moniert Jochen Mutz. Auch Lehrerin Christiane Herbst ist enttäuscht. Sie war mit ihren Schülern bei der Demo zum Erhalt der Bäume. Allerdings betonten die Vertreter der Stadt immer wieder, dass ihre Planung alternativlos ist. „Was soll ich den Kindern denn jetzt sagen, wo sie sich so dafür eingesetzt haben?“

Straße soll 3,75 Meter breit werden

Die Experten gaben sogar zu, dass die Kommunikation bei diesem Bauvorhaben „schräg gelaufen“ ist. Die Erklärung für die Umgestaltung und warum die Baumfällungen alternativlos seien, lieferten sie nun nach. Sie sprachen von „Fixpunkten“, an denen nicht zu rütteln ist. Zum einen gibt es da die Vorgaben von der Duisburger Verkehrsgesellschaft und der Feuerwehr.

Die DVG schickt pro Tag rund 900 Busse an dieser Stelle durch die Stadt – und die brauchen Platz. Zudem muss, trotz hohen Verkehrsaufkommens, die Feuerwehr durchkommen. 3,75 m soll die Fahrbahn künftig breit sein. Hinzu kommen 2,25 m für eine Radspur. Auf diese sollen die Autos ausweichen, wenn Rettungswagen durch müssen.

Zusätzliche Fläche wird für Anlieferzonen benötigt – schließlich sollen in das neue Multi-Development-Gebäude auch Geschäfte und Gastronomie einziehen. „Wenn wir diese Fläche nicht vorhalten, parken die Lkw demnächst in zweiter Reihe auf dem Radweg“, vermutet Axel Brenner. Zudem brauche man noch einen ausreichend breiten Fußgängerweg. Unterm Strich benötige man also die Fläche. Die alten Platanen hätten einen großen Wurzelradius. „Wenn man nun um die Bäume herum gräbt, dann besteht die Gefahr, einen Teil der Wurzeln zu kappen. Somit wäre die Standsicherheit nicht mehr gegeben“, erläutert Trappmann.

Plan geht auf Norman Foster zurück

Der nächste Fixpunkt ist die Multi-Development-Zentrale. „Warum muss das Gebäude eigentlich an dieser Stelle stehen?“, erkundigt sich Riza Kurc und lobt die Weite der jetzigen Fläche. Tum argumentierte, dass dieses Vorhaben auf den Masterplan von Sir Norman Foster zurückgeht. Trappmann ergänzt: „ Es war klar, dass der Platz von dem neuen Hotel und einem weiteren Gebäude gefasst werden sollte.“ Das neue Haus stehe nicht zur Disposition. Zunächst habe man in der Verwaltung überlegt, ob man die Fahrbahn nicht verlegen kann. Oder das Gebäude stärker auf die Bahnhofsplatte rücken können. Allerdings bekommt man dann Probleme mit dem Abstand zur Autobahn. Der muss sechs Meter betragen.

„Für uns gibt es nur einen Fixpunkt: Wie kann man die Bäume erhalten?“, erklärt Kerstin Ciesla vom BUND. Mit ihren Mitstreitern schlug sie vor, die Bürgersteige zur Straße hin schmaler zu gestalten und Radfahrer und Fußgänger über die Platte zu führen. „Wer will schon neben einem zwölf Meter hohen Gebäude an einer dicht befahrenen Straße entlang spazieren?“, fragt sich auch BUND-Mitglied Dietmar Beckmann. Doch die Stadt wies die Idee zurück.

Am Ende gingen die Besucher enttäuscht und ratlos auseinander.