Pierre Vogel will in Duisburger Moschee für den Islam werben

Die Moschee an der Feldstraße in Marxloh, die dem Verein Massjid Ar-Rahman gehört. 2012 durchsuchte die Polizei bei einer Großrazzia gegen salafistische Vereine die dortigen Räume.
Die Moschee an der Feldstraße in Marxloh, die dem Verein Massjid Ar-Rahman gehört. 2012 durchsuchte die Polizei bei einer Großrazzia gegen salafistische Vereine die dortigen Räume.
Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services
Der Salafisten-Prediger Pierre Vogel hat für Samstag einen Besuch in einer Moschee in Marxloh angekündigt, in der schon häufiger Radikale auftraten.

Duisburg. Der salafistische Prediger Pierre Vogel soll am Samstag, 17. Oktober, einen Vortrag in einer Duisburger Moschee halten. Auch andere Prediger sind angekündigt. Die Betreiber der Moschee, die in einem Facebook-Beitrag als Veranstaltungsort genannt wird, stand bereits im Fokus des Bundesinnenministeriums.

Der sehr aktive Facebook-Account „PierreVogel.de“, der auch immer wieder Videos des islamischen Predigers veröffentlicht, kündigt Vogels Auftritt an der Feldstraße in Duisburg-Marxloh für den 17. Oktober an. „Viele verschiedene Vorträge von mehreren Predigern“ würden von 17 bis 21 Uhr stattfinden. Unter der Adresse hat der Verein Massjid Ar-Rahman seinen Sitz.

Radikale Prediger waren schon häufiger in dieser Duisburger Moschee

Mehrere vom Verfassungsschutz beobachtete Personen waren bereits in den Räumen der Moschee zu Gast. Der verurteilte Terrorist Bernhard Falk bewarb Ende 2014 eine Kleidersammlung des Marxloher Vereins. Die Bonner Salafisten Sheikh al Araby und Abu Dujana hielten dort noch im Juli 2015 Vorträge.

Im Juni 2012 durchsuchte die Polizei bei einer Großrazzia gegen Salafisten das Gebäude von Massjid Ar-Rahman. Dabei sollte geklärt werden, ob es Verbindungen zwischen der Marxloher Gruppe und anderen verdächtigen Netzwerken gibt, beispielsweise „Dawa Ffm“. Die islamistische Gruppe um den Salafisten-Prediger Abdellatif Rouali, der sich Sheikh Abdellatif nennt, wurde verboten, weil sie sich laut Innenministerium „gegen die verfassungsgemäße Ordnung sowie den Gedanken der Völkerverständigung“ richte. Sheikh Abdellatif hielt im März 2010 einen Vortrag in den Räumen des Marxloher Vereins.

Polizei hat noch keine Anmeldungen von Gegendemonstrationen

„Aus der Durchsuchung haben sich seinerzeit keine Hinweise ergeben, die zu einem Vereinsverbot geführt hätten“, teilte die Duisburger Polizei auf Anfrage mit. Die Auftritte von Pierre Vogel habe man zwar im Blick, da sie allerdings in den Räumen von Massjid Ar-Rahman stattfinden, werde die Polizei keine weiteren Maßnahmen treffen, wie sie es bei Vogels Auftritt auf der Bahnhofsplatte Anfang 2014 tat. Gegendemonstrationen seien noch nicht angemeldet worden.

Kritisch kommentiert die Emanzipatorische Antifa Duisburg Pierre Vogels Auftritt in Marxloh. „Als antifaschistische Initiative beobachten wir die islamistische Szene in Duisburg ganz genau. Dazu gehört auch die Massjid Ar-Rahman-Moschee in der Feldstraße, in der immer wieder radikale Missionare predigen", erklärt eine Sprecherin.

„Im Mai dieses Jahres fand in der Moschee zum Beispiel eine Veranstaltung mit dem Rechtsanwalt Martin Yahya Heising statt, der den Koran als 'bessere Verfassung für Deutschland als das Grundgesetz' bezeichnet.“ Die Antifa-Gruppe warnt vor den „Lügen und falschen Heilsversprechen von radikalen Missionaren wie Pierre Vogel“ und fordert für die Menschen „ein besseres Leben im Hier und Jetzt".

 
 

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