Picknick am Dellplatz

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Dellviertel..  Evangelos Koukouwitakis hat einen Korb mit Brötchen mitgebracht, dazu Tassen, Messer und Teller. Rund 20 Kultur-Macher, Nachbarn und spontane Passanten treffen sich, um gemeinsam zu frühstücken. Eigentlich soll der Frühstücks-Flashmob ja direkt auf dem Dellplatz stattfinden, doch bei dem grauen Himmel suchen die Picknicker lieber Deckung unter der Markise des „Grammatikoff“. „Wir wollen den Dellplatz weiter beleben“, erklärt Luise Hoyer, die sich mit den anderen für das Festival „Platzhirsch“ engagiert. Die Aktion soll denn auch im August wiederholt werden.

Klaus Caspar ist zufällig zu der Frühstücksgesellschaft gestoßen. Der Essener und seine Frau waren eigentlich auf dem Weg zum Lehmbruck-Museum, als sie von den anderen zu einer Tasse Kaffee und einem zweiten Frühstück eingeladen wurden. „Ich finde die Idee toll, weil sie von den Bürgern kommt und nicht vorgesetzt wird.“ Duisburg könne stolz auf den Dellplatz sein, der mitten in der Stadt liege und zu dem die Straßen sternförmig hinführen. „Einen städtischen Platz mit Kirche und drumherum wohnen die Bürger – das gibt es sonst nur in Krakau oder Padua“, lobt Caspar. Der Essener ist fast ein bisschen neidisch.

Doris Stegemann aus Duissern ist ebenfalls eine Freundin des Platzhirsch-Festivals. Während sie ein Brötchen mit selbst gemachter Marmelade schmiert, macht sie schon weitere Pläne: „Die Idee ist so gut, eigentlich sollte man so ein Frühstück auch mal in anderen Stadtteilen wiederholen. In Duissern wohnen doch viele Künstler.“ Harald Wachter, Namensgeber von „Harrys Frühstücksmob“ freut sich, dass trotz Regen ein paar Leute vorbeigeschaut haben. Gemeinsam tauschen sie sich über Kulturprojekte und die kommende Neuauflage von „Platzhirsch“ aus. Diesmal werden übrigens auch Veranstaltungen in der Kirche stattfinden. Mit dem Festivalticket werden Musikfreunde wieder Konzerte auf dem Platz und in den umliegenden Kneipen besuchen können. Die positive Resonanz des vergangenen Jahres hat die Organisatoren bestärkt.

Kirche wird Spielort

Aus dem angrenzenden Gemeindehaus schallt Kirchenmusik herüber. „Wir haben auch die Nachbarn und Kirchenmitglieder eingeladen, damit sie uns kennen lernen, schließlich müssen sie auch am Festival-Wochenende im August mit unserem Lärm leben“, erzählt Luise Hoyer. Die meisten freuen sich aber, dass endlich einmal etwas auf dem Platz stattfindet. Luise Hoyer ist übrigens eher „die Herzhafte“ beim Frühstück – wobei „etwas Süßes muss eigentlich immer noch hinterher.“ Dass das Frühstück noch einmal wiederholt wird, ist schon ausgemachte Sache.

 
 

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